Pressemitteilung 08.10.1998
Neubau eines Radweges entlang der L98 - Bad Iburg / Lienen

Bei dem Neubau des Radweges zwischen Bad Iburg und Lienen zeigt sich wieder einmal, daß das Straßenbauamt Osnabrück in Sachen Radwegebau immer noch mit Methoden aus den siebziger Jahren arbeitet. Das geplante 900 Meter lange Teilstück endet genau an der Landesgrenze und ist schon von daher wenig sinnvoll, da abzusehen ist, daß auf nordrhein-westfälischer Seite in den nächsten Jahren keine Mittel für eine Fortführung verhanden sind. Der Radweg endet somit im Nichts und viele Radfahrer werden dadurch in einem Hochgeschwindigkeitsbereich dazu gezwungen, die Straßenseite zu wechseln.

Ein weiterer Rückfall in vorsintflutartige Radwegbaumethoden ist die geplante Breite von 1,80 m. Gerade das Straßenbauamt sollte doch wissen, daß die Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung seit einer Änderung von vor mittlerweile über einem Jahr, eine Regelbreite von 2,50 m, mindestens aber 2m für solche Radwege vorsieht. Wenn der Radweg in dieser Form gebaut wird stellt er somit einen klaren Verstoß gegen geltendes Recht dar und könnte im Falle von Unfällen zu nicht unerheblichen Kosten für die Stadt Bad Iburg führen, falls einer der Beteiligten auf die Idee kommt die Stadt zu verklagen.

Wenn man dann noch die Aussagen hört, daß Traktorfahrer besser nicht zu häufig den Radweg überqueren sollten, wenn sie auf ihre Felder möchten, da der Radweg unter enormen Kostendruck gebaut wird, zeigt sich doch nur daß mit dieser untauglichen Billig-Baumaßnahme die berechtigterweise einen Radweg fordernden Anwohner ruhiggestellt werden sollen.

Der ADFC fordert deshalb einen vernünftigen Ausbau dieser Radweges unter Berücksichtigung der Mindestbreiten der Straßenverkehrsordnung und des aktuellen Standes der Technik. Ein Bau des Radweges macht aus Sicht des ADFC auch nur dann Sinn, falls eine Weiterbau auf nordrhein-westfälischem Gebiet zumindest absehbar ist, da ansonsten, die Hauptgefährdung für den Radfahrer lediglich um 900 m in Richtung Lienen verschoben wird.

Stefan Meyer