Bei dem Neubau des Radweges zwischen Bad Iburg und Lienen zeigt sich
wieder einmal, daß das Straßenbauamt Osnabrück in Sachen
Radwegebau immer noch mit Methoden aus den siebziger Jahren arbeitet. Das
geplante 900 Meter lange Teilstück endet genau an der Landesgrenze und
ist schon von daher wenig sinnvoll, da abzusehen ist, daß auf
nordrhein-westfälischer Seite in den nächsten Jahren keine Mittel
für eine Fortführung verhanden sind. Der Radweg endet somit im
Nichts und viele Radfahrer werden dadurch in einem Hochgeschwindigkeitsbereich
dazu gezwungen, die Straßenseite zu wechseln.
Ein weiterer Rückfall in vorsintflutartige Radwegbaumethoden ist
die geplante Breite von 1,80 m. Gerade das Straßenbauamt sollte doch
wissen, daß die Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung
seit einer Änderung von vor mittlerweile über einem Jahr, eine
Regelbreite von 2,50 m, mindestens aber 2m für solche Radwege vorsieht.
Wenn der Radweg in dieser Form gebaut wird stellt er somit einen klaren
Verstoß gegen geltendes Recht dar und könnte im Falle von
Unfällen zu nicht unerheblichen Kosten für die Stadt Bad Iburg
führen, falls einer der Beteiligten auf die Idee kommt die Stadt zu
verklagen.
Wenn man dann noch die Aussagen hört, daß Traktorfahrer besser
nicht zu häufig den Radweg überqueren sollten, wenn sie auf ihre
Felder möchten, da der Radweg unter enormen Kostendruck gebaut wird,
zeigt sich doch nur daß mit dieser untauglichen Billig-Baumaßnahme
die berechtigterweise einen Radweg fordernden Anwohner ruhiggestellt werden
sollen.
Der ADFC fordert deshalb einen vernünftigen Ausbau dieser Radweges
unter Berücksichtigung der Mindestbreiten der Straßenverkehrsordnung
und des aktuellen Standes der Technik. Ein Bau des Radweges macht aus Sicht
des ADFC auch nur dann Sinn, falls eine Weiterbau auf
nordrhein-westfälischem Gebiet zumindest absehbar ist, da ansonsten,
die Hauptgefährdung für den Radfahrer lediglich um 900 m in Richtung
Lienen verschoben wird.