In der Pressemitteilung des Solarenergievereins Osnabrück zur Energiewende
werden die ökoligischen und die ökonomischen Vorteile des Radverkehrs
nicht genannt. Die Förderung des Radverkehrs vor allem im Alltagsverkehr
muss aber nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC)
Bestandteil der geforderten Energiewende sein. Gerade der Energieverbrauch
ist beim Radfahren im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln
vernachlässigbar gering. Mit passender Ausstattung wie Anhängern wird das
Fahrrad sogar zum energiesparenden Lastentransporter oder Familiengefährt.
Darüber hinaus sind die Betriebskosten niedrig, die Reisezeiten von Tür zu
Tür in dicht besiedelten Gebieten schwierig zu unterbieten. Und ganz
nebenbei wirkt das Radfahren gesundheitsfördernd.
Um die Bürger zum Radfahren zu bewegen, muss das Augenmerk aber auf
weitere Aspekte neben einer radverkehrsfreundlichen Infrastruktur gelenkt
werden. Eine Hemmschwelle, die Menschen von der Fahrradnutzung abhält, ist
etwa die sehr schlechte Zugänglichkeit des Verkehrmittels Fahrrad. So
kommt es häufig vor, dass das Fahrrad in der hintersten Ecke eines engen
Kellers sein Dasein fristet. Der potentielle Fahrradnutzer muss sein Rad
mit zum Teil großer Anstrengung ins Freie bugsieren, um überhaupt
losfahren zu können.
Auch hier kann die Politik in der Stadt Osnabrück durch Anreize und/oder
Verpflichtungen solche Hürden vermeiden und damit die Fahrradnutzung
fördern. So sollten etwa in Bebauungsplänen neben der vom
Solarenergieverein vorgeschlagenen Sonnenernergienutzung ebenerdige oder
zumindest stufenfreie Zugänge zu gesicherten Fahrradabstellplätzen
festgeschrieben werden, die sich in oder unmittelbar an Gebäuden befinden.
Bei bestehenden Gebäuden sollte die Nachrüstung solcher Stellplätze
finanziell gefördert werden. Diese Vorschriften bzw. Förderungen sollten
nicht nur für Wohnbebauung, sondern auch für Gewerbebauten gelten. Das
Fahrrad könnte so ein leicht zugängliches und damit ein viel häufiger
genutztes Verkehrsmittel werden, das einen großen Beitrag zur
Energieeinsparung liefert.
Dr. Bernd Schneider
(1. Vorsitzender)