Pressemitteilung 10.01.07
ADFC: Solarenergieverein übersieht offenbar Radverkehr

In der Pressemitteilung des Solarenergievereins Osnabrück zur Energiewende werden die ökoligischen und die ökonomischen Vorteile des Radverkehrs nicht genannt. Die Förderung des Radverkehrs vor allem im Alltagsverkehr muss aber nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Bestandteil der geforderten Energiewende sein. Gerade der Energieverbrauch ist beim Radfahren im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln vernachlässigbar gering. Mit passender Ausstattung wie Anhängern wird das Fahrrad sogar zum energiesparenden Lastentransporter oder Familiengefährt. Darüber hinaus sind die Betriebskosten niedrig, die Reisezeiten von Tür zu Tür in dicht besiedelten Gebieten schwierig zu unterbieten. Und ganz nebenbei wirkt das Radfahren gesundheitsfördernd.

Um die Bürger zum Radfahren zu bewegen, muss das Augenmerk aber auf weitere Aspekte neben einer radverkehrsfreundlichen Infrastruktur gelenkt werden. Eine Hemmschwelle, die Menschen von der Fahrradnutzung abhält, ist etwa die sehr schlechte Zugänglichkeit des Verkehrmittels Fahrrad. So kommt es häufig vor, dass das Fahrrad in der hintersten Ecke eines engen Kellers sein Dasein fristet. Der potentielle Fahrradnutzer muss sein Rad mit zum Teil großer Anstrengung ins Freie bugsieren, um überhaupt losfahren zu können.

Auch hier kann die Politik in der Stadt Osnabrück durch Anreize und/oder Verpflichtungen solche Hürden vermeiden und damit die Fahrradnutzung fördern. So sollten etwa in Bebauungsplänen neben der vom Solarenergieverein vorgeschlagenen Sonnenernergienutzung ebenerdige oder zumindest stufenfreie Zugänge zu gesicherten Fahrradabstellplätzen festgeschrieben werden, die sich in oder unmittelbar an Gebäuden befinden. Bei bestehenden Gebäuden sollte die Nachrüstung solcher Stellplätze finanziell gefördert werden. Diese Vorschriften bzw. Förderungen sollten nicht nur für Wohnbebauung, sondern auch für Gewerbebauten gelten. Das Fahrrad könnte so ein leicht zugängliches und damit ein viel häufiger genutztes Verkehrsmittel werden, das einen großen Beitrag zur Energieeinsparung liefert.

Dr. Bernd Schneider
(1. Vorsitzender)