Als vor einiger Zeit die Bauarbeiten in der Johannisstr. begannen, konnte
man noch hoffen, daß die Tage des Holperpflasters zwischen der
Johanniskirche und dem Neumarkt nun endlich gezählt waren. Leider ist
dies nicht so! Statt ein normales ungefastes Pflaster zu verwenden, ist
man auf die Idee gekommen sogenanntes Natursteinpflaster, das man zufällig
bei Bauarbeiten am Wall unter dem Asphalt gefunden hat, wiederzuverwenden.
Dieses Natursteinpflaster stellt sich allerdings, wie man jetzt,
kurz vor Ende der Bauarbeiten sehen kann, als übelstes Kopfsteinpflaster
heraus. Kopsteinpflasterstraßen können andernorts nur noch durch
Denkmalschutz erhalten werden, Osnabrück aber hat den Trend der Zeit
erkannt hat und baut Neue!
Die Folgen dieser Pflasterung sind absehbar. Radfahrer werden von der
mit Katzenköpfen gepflasterten Fahrbahn in die relativ ebenen
Seitenräume ausweichen und es kommt zu Konfliktsituationen mit den
zahlreichen Fußgängern. Radler die sich an die Spielregeln halten,
werden auf der Buckelpiste durchgeschüttelt und werden öfter als
bisher die Schrauben an ihrem Fahrrad nachziehen müssen. Ein befahren
mit Kindern im Kindersitz oder -anhänger ist nahezu ausgeschlossen.
Aber nicht nur Radfahrer und Fußgänger werden unter der neuen
Oberfläche leiden, auch Busfahrgäste werden frühzeitig durch
Vibrationswecker daran erinnert, daß sie am Neumarkt aus-
oder umsteigen müssen.