Pressemitteilung 20.05.11
Schellenbergbrücke: Gefährliche Situationen durch zu langen Hochbordradweg vorprogrammiert

Dass es auf der Schellenbergstraße in Fahrtrichtung Mindener Straße zu brenzeligen Situationen gekommen ist, wundert den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) nicht. Die Planung der Radverkehrsanlagen ist hier mangelhaft.

Grundsätzlich ist die Radverkehrsführung links vom Rechtsabbiegerstreifen richtig, sie hat sich an anderen Stellen in der Stadt bewährt. In diesem Punkt ist Herrn Schürings zuzustimmen. Allerdings wird der Radverkehr erst genau am Beginn des Rechtsabbiegerstreifens mit einem Linksschwenk auf die Fahrbahn geführt. Dies ist eindeutig zu spät, der Radverkehr sollte bereits etliche Meter zuvor auf die Fahrbahn und damit in den Sichtbereich des Kraftfahrzeugverkehrs geführt werden. Der Erfahrung nach nehmen Kraftfahrzeugführer das Verkehrsgeschehen auf der Verkehrsfläche innerhalb der Bordsteinkanten besser wahr. Der Radverkehr sollte daher auch hier geführt werden. Hinzu kommt, dass es dann eine geradlinige Führung für Radfahrer gäbe, bei der die Fahrtlinie besser einschätzbar ist. Ein plötzliches Auftauchen von Radfahrern wäre ausgeschlossen.

Vor dem Umbau der Schellenberbrücke gab es auf den Rampen in Fahrtrichtung Mindener Straße eine Radverkehrführung per Radfahrstreifen auf Fahrbahnniveau. Konflikte, wie sie nun auftreten, waren seltener. Darüber hinaus war der Linksabbiegerstreifen in Richtung Carl-Fischer-Straße und damit in Richtung Haseuferweg für den Radverkehr erreichbar. Diese Möglichkeit ist wegen des Hochbordradweges nicht mehr gegeben. Insgesamt wurde also ohne Not die Situation für den Radverkehr verschlechtert.

Eine ähnliche Situation, wie die jetzt gebaute, hat es an der Sutthauser Straße stadteinwärts an der Einmündung zum Rosenplatz gegeben. Hierüber gab es immer wieder Klagen, so dass im Rahmen des Rosenplatzumbaus die Situation entschärft wurde. Unverständlich, dass nun eine ähnliche Radverkehrsführung am Fuße der Schellenbergbrücke neu gebaut wurde. Der ADFC fordert hier eine Nachbesserung der Situation und bei weiteren Straßenbauprojekten in Osnabrück besser durchdachte Radverkehrsführungen.

Link zum Bezugsartikel in der NOZ vom 18.05.11: NOZ Artikel

Dr. Bernd Schneider