Das Experiment

An dieser Stelle möchte ich etwas ausprobieren bei dem ich Eure Hilfe brauche !

Ich werde hier das erste Kapitel eines Romans veröffentlichen und hoffe auf reichlich Zuschriften betreffend der weiteren Handlung !

Schreibt die Geschichte weiter und schickt mir diese Seiten. Egal ob ein ganzes Kapitel oder nur ein paar Seiten... ich werde alles lesen und einfügen wenn es irgendwie passt... und dann mal sehen, was am Ende dabei rauskommt !

Zwischendurch kann es immer mal wieder sein, dass ich etwas einfüge ! Nicht, weil ich dass dann so toll finde was ich da schreibe, aber vielleicht um den ganzen eine bestimmte Richtung zu geben !

 

Auf jeden Fall würde ich mich aber über reichlich Zuschriften freuen...

 

 

 

„Der Tod ist nichts schreckliches; nur die fürchterliche Vorstellung vom Tode macht ihn furchtbar.“

Epiktet

 

Der Mann in schwarz fuhr langsam durch die Wohnsiedlung, immer auf der Suche nach der einen, wie er es nannte, sich bietenden Gelegenheit. Wie genau diese Gelegenheit auszusehen hatte war ihm dabei genau so wenig klar wie die Tatsache, dass er bis dahin auch nicht wusste, woran er sie erkennen konnte. Das er sie erkennen würde, daran bestand für ihn natürlich kein Zweifel. Wenn es soweit war, wusste er es immer.

Aus der Sündhaft teuren Stereoanlage dröhnte schwerer, kraftvoller Rock. Metallica wechselte sich mit ACDC und anderen bekannten Größen der harten Musikszene ab. Seine Finger trommelten den Rhythmus der Musik auf dem Lenkrad und der Mann summte leise die Refrains mit. Zwischendurch sang er auch die ihm vertrauten Strophen, aber das waren meist nicht so viele. Allerdings wäre einem zufälligen Lauscher schnell aufgefallen, dass ihm zum Singen eigentlich die Stimme fehlte. Dafür schien der Mann in schwarz allerdings ein sehr gut ausgeprägtes Gehör zu besitzen, denn die feineren Nuancen der Lieder sang er ebenfalls mit, was vielen anderen Hobbysängern nicht gelang.

Den ganzen heißen Tag lang hatte er schon an nichts anderes mehr denken können, als sie zu finden. Immer suchte er sie. Und sehr oft hatte er sie auch schon gefunden.

Die Sonne war erst vor einer Stunde tiefrot im Westen untergegangen. Verdeckt nur von einigen wenigen kleinen Wolken. Wie Blut hatte der Himmel ausgesehen, was ihn zum lachen gebracht hatte, weil es doch so passend erschien.

Auf dem Beifahrersitz lag die dunkle Sporttasche, in der er seine Utensilien mit sich herumkutschierte. Quasi für den Fall einer dieser sich bietenden Gelegenheiten. Und die ergab sich eigentlich immer, wenn er nur aufmerksam auf seine Umgebung achtete. Und in Nächten wie dieser achtete er auf einfach alles. In Nächten wie dieser wollte er töten.

Die Luft war warm, jetzt mitten im Juli. Und das würde natürlich bedeuten, dass die Hälfte aller Einwohner ihre Fenster offen hatten. Und das war nun einmal genau das, was er als „Gelegenheit“ betrachtete.

Rechts lief gerade ein junges Pärchen vorbei und während er langsam an den Beiden vorbeirollte, sah er sie sich genau an, entschied dann aber, dass sie es nicht war. Nur eine Frau also. Noch jung, aber eben nicht die Richtige. Also fuhr er weiter, was diesen Beiden ermöglichte, die Nacht zu überleben. Und selbstverständlich ahnten sie nicht einmal, wie nahe sie einer Begegnung mit dem Tod entgangen waren.

Aber so ist es nun einmal im Spiel des Lebens! Zwei Menschen überleben durch einen glücklichen Zufall, wohingegen jemand anderes sein Leben lassen muss.

Der Mann in schwarz genoss dieses Gefühl der Macht über Leben und Tod anderer.

Nachdem er noch eine ganze Weile weiter gefahren war, lenkte er seinen Wagen an den Straßenrand, packte die Tasche und stieg aus. Er wollte etwas spazieren gehen, sehen, ob der Zufall ihm nicht in die Hände spielen würde. Die erregendsten Augenblicke seiner mörderischen Karriere waren so zustande gekommen.

Langsam schlenderte er zwischen den kleinen, schmucken Häusern des Viertels herum, bewegte sich von Schatten zu Schatten, so dass er förmlich mit der Nacht verschmolz. Die Sohlen seiner dunklen Turnschuhe verursachten so gut wie keine Geräusche und was dann dennoch ertönte, wurde von den immerwährenden Tönen der Nacht überdeckt.

Und dann, endlich, entdeckte er, was er so verzweifelt suchte. Gerade bewegte er sich durch den Schatten eines großen Obstbaumes, als er im Innern eines erleuchteten Fensters eine Bewegung bemerkte. Die Jalousie war heruntergezogen, aber durch die Lammellen konnte er genug erkennen um zu sehen, dass eine junge blonde Frau offensichtlich gerade dabei war, sich für ihr Bett zurechtzumachen. Sie war es. Schon wieder!

Sein Herz begann schneller zu schlagen und er spürte, wie die Erregung ihn durchflutete, als er dem Mädchen zusah, wie es sich langsam auszog. Unwillkürlich rieb er seine Finger in den Handflächen, während seine Zunge die plötzlich trocken gewordenen Lippen befeuchtete. Er stellte sich vor, die junge Frau wüsste, das er hier stand und sie beobachtete. Nur für ihn zog sie sich so langsam aus. Um ihn zu reizen, die Gier in ihm zu wecken. Und genau das hatte sie erreicht. Seine Gier war geweckt, leider anders als sie es sich erträumt hatte. Denn nun war er bereit, sich bei ihr Befriedigung zu beschaffen, ganz so wie sie es wollte. Das letzte Kleidungsstück glitt zu Boden, und in seiner Vorstellung lächelte sie ihm zu, forderte ihn auf, zu ihr zu kommen. Nun, den Wunsch konnte er ihr erfüllen!

Ohne dass es ihm je bewusst geworden wäre hatte er schon vor Jahren die Fähigkeit verloren, zwischen seiner Traumwelt und der Realität zu unterscheiden. Für ihn war alles was er sah, real. Also hatte sie ihn wirklich eingeladen, und er kam immer nur, wenn er eingeladen wurde.

So war es immer. Und da er sich erinnerte, wie sehr sie Überraschungen geliebt hatte, kam er immer möglichst geräuschlos.

Leise schlich er durch die Wohnung, obwohl die Dusche, unter der sich die Frau gerade aufhielt, sowieso jedes Geräusch seiner Anwesenheit übertönte. Langsam schlenderte er durch das dunkle Wohnzimmer, besah sich alles, und verharrte dann vor einer Fotografie, die, in einem billigen Plastikrahmen steckend, an der Wand hing. Es war die Frau, deren junger, schlanker Körper unter der Dusche stand und abgeseift wurde. Glücklich lächelte sie in die Kamera und --- sie war nicht alleine. Ein Mann war bei ihr, ungefähr im selben Alter. Und er hatte einen Arm um sie gelegt.

Dem Mann in schwarz pochte das Blut in den Schläfen. Also hatte sie ihn wieder betrogen. Hier stand er, sicher wollte sie ihn wieder nur verhöhnen. Ihm zeigen, dass sie jeden Kerl haben konnte. Erschreckend schnell, und ohne dass irgendjemand  irgendetwas dagegen hätte tun können, veränderten sich die Gefühle in seinem Innern, empfand er nur noch Hass.

Immer, dachte er. Immer verletzt sie mich. Lacht mich aus, und alle anderen lachen mit.

Mit Gewalt riss er seinen Blick von dem Foto, stürmte los und riss die Tür zum Badezimmer auf. Längst war ihm völlig gleichgültig, ob ihn jemand hören würde.

Als er die Tür aufriss, sah er sie sofort. Gerade war sie dabei, ihren wundervollen Körper mit einem weichen, flauschigen  Handtuch abzutrocknen, als er in den Raum platzte. Einen Fuß hatte sie auf die geschlossene Toilette gestellt, so dass er ihr feucht schimmerndes Haar zwischen den schlanken Beinen erkennen konnte. Augenblicklich durchflutete ihn die Erregung. Er spürte die Erektion und wusste genau, dass sie es auch noch bemerken würde. So viel Zeit musste sein.

Erschrocken riss sie ihren Kopf nach oben, sah ihn und er bemerkte, wie sich ihr Gesicht vor Angst und Überraschung verzerrte. Ihr Mund öffnete sich, aber der Schrei, der jeden Moment zwischen ihren Lippen hervorbrechen konnte, wurde nie ausgestoßen.

Zu gering war die Entfernung zwischen Tür und Opfer. Zu schnell bewegte sich der Mann in schwarz. Mit nur einem Schritt war er bei ihr und noch ehe sie reagieren konnte, rammte er ihr schon seine Faust in den Magen. Nach Luft schnappend krümmte sie sich, denn er war stark, und er hatte brutal und kräftig zugeschlagen. Von Anfang an hatte sie keine Chance gehabt, diesen Angriff abzuwehren.

Als sie lag, trat er ihr mit den Turnschuhen gegen den Kopf, dann ließ er sich schwer auf ihren gekrümmten Körper fallen, schlug ihr mit der Faust ins Gesicht, während sich auf seinem Gesicht ein Lächeln breit machte.

Einmal schlug er sie, noch einmal. Und wieder. Längst hatte sie aufgehört sich zu bewegen, rutschte bloß noch hin und her, wenn seine Faust sie traf. Schließlich ließ er von ihr ab, wusch sich das Blut von den Händen und trug sie anschließend  in den Nebenraum zum Bett, wo er die immer noch bewusstlose brutal vergewaltigte. Zuerst

mit seinem Körper, später dann mit dem abgesägten Axtstiel, den er für diese  Tätigkeit immer mitnahm und dessen Stiel er mit grausam blinkendem Stacheldraht umwickelt hatte.

Als sie wenig später langsam wieder zu sich kam, war sie völlig desorientiert und außerstande zu begreifen, was geschehen war. Nur den Schmerz spürte sie sofort. Alles war Schmerz. Ihr ganzer Körper schien in Flammen zu stehen. Nicht eine Stelle, die sich nicht zerschunden und zerschlagen anfühlte. In ihrem Mund brannte und tobte ein scharfes Stechen, das sie sich überhaupt nicht erklären konnte. Nur dass es schlimm war, ahnte sie sofort. Woher sollte sie auch wissen, dass er ihr erst vor wenigen Minuten die Zunge abgebissen und diese dann heruntergeschluckt hatte. Ihr Gesicht tat weh, von den Schlägen und Tritten, mit denen er sie bewusstlos geprügelt hatte. Am allerschlimmsten aber war es zwischen ihren Beinen. Ein grausamer Schmerz tobte dort, alles andere überlagernd. Als wäre etwas aus ihr herausgerissen worden. So heftig, dass es ihr schier den Atem raubte. Wellen von Übelkeit gingen von dieser Stelle aus.  Sie versuchte zu schreien, aber nur ein gutturales Stöhnen kam aus ihrem verstümmelten Mund.

Irgendwo neben sich hörte sie stöhnende Geräusche, während sie noch immer versuchte zu begreifen, was da mit ihr geschah.

Ein paar wenige Sekunden versuchte sie entsetzt zu verstehen, warum sie nicht laut rufen, ihren Schmerz und ihr Entsetzen artikulieren konnte, aber der Schmerz in ihrem Unterleib riss sie eilig fort von diesen Empfindungen.

Ihr rechtes Auge brannte wie Feuer, während sie spürte, wie an ihrem Linken irgend etwas passierte. Hätte sie gewusst, dass der Mann in schwarz gerade damit beschäftigt war, mit Hilfe eines Löffels auch noch ihr zweites Auge aus der Höhle zu stochern, wäre sie vielleicht vor Schmerz und unvorstellbarem Grauen ein weiteres Mal in Ohnmacht gefallen. So aber blieb ihr diese Erleichterung erspart und es dauerte Stunden, ehe ihr Verstand endlich zu begreifen begann, was ihr Körper längst wusste.

Dann starb sie. 

 

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