Jugendtage in Murmansk, Nordrussland,
am 23. und 24. September 2000
Reisebericht des Evangelisten Wilfried Seifert
 

Fotos aus Murmansk


Stellt euch einmal vor, wenn ihr mit der Einladung zu einem Jugendtag wie wir ihn hier in unserem Bezirk kennen, folgenden Tagesablauf  erhalten würdet:

23.09.2000:
Anreise der Jugendlichen und Empfang:  12.00 – 14.00 Uhr 
Einweisung in Hotel: 15.00 – 16.00 Uhr 
Einführungsgespräch im Jugendraum: 

- Vorstellung der Gemeinden und Jugendlichen 
- Namensschilder für jeden Jugendlichen anfertigen 
- „Turnierplan“ für sportliches Rahmenprogramm erläutern 
- Tagesablauf erklären 

16.00 – 16.45 Uhr
Sportlicher Teil in der Sporthalle der Schule Nr. 47 - Volleyball / Badminton / Basketball 17.00 – 19.00 Uhr 
Abendessen 19.00 – 20.00 Uhr
„offene“ Jugendstunde

- Fragen und Antworten zur Jugendarbeit und zu Glaubensinhalten 
- Videofilm über Jugendarbeit in der Gebietskirche am Beispiel Bezirk Münster 
   Inhalt: Jugendtag 2000 Oberhausen 
   Mitwirkung in Chor und Orchester / musikalischer Teil 
   Freizeitaktivitäten  Ergebnisse der Arbeit von Jugend Projektgruppen 
 ( Beispiel: Info-Blatt, Internet-Seiten (www.online-efa.de))

20.00 – 21.30 Uhr 

24.09.2000:
Jugendgottesdienst:

 - Dienstleiter: BÄ Krupenitsch

10.00 – 11.00 Uhr
Gedankenaustausch im Jugendraum

- Vertiefung und Anregungen zur Jugendarbeit 
- Vorstellung und Verteilung eines Info-Blattes
    ( EfA – dazu siehe Internet-Adr.) aus dem 
        Bezirk Münster in russischer Sprache 

11.00 – 12.00 Uhr 
Gemeinsamens Mittagessen: 12.00 – 13.00 Uhr
Abschlussgespräch:  13.00 – 14.00 Uhr 
Heimreise:  ab 14.00 Uhr 

Sicher werdet ihr fragen, wie das denn wohl ohne Chaos organisiert werden kann. Denkt einfach in kleineren Dimensionen –nicht gleich 10.000 Teilnehmer und mehr– dann kann man sich das schon eher vorstellen.

Auch wenn der zuständige Bezirksälteste Krupenitsch –in seinem „vorherigen Leben“ Kapitän einer Fregatte der russischen Marine– und der Jugendbeauftragte für die Region Murmansk, Bezirksevangelist Dimitrijewski, mehr Jugendtagsteilnehmer  als erwartet begrüßen konnten, so blieb die Zahl der Teilnehmer „überschaubarer“ als am 10.10. in Oberhausen.

Soviel schon einmal vorweg: Die Vorbereitungen unserer jugendlichen Geschwister aus dem Bezirk Münster –im Klartext: Eure Vorbereitungen– wie z. B. der Videofilm und die Sonder-EfA in russischer Sprache, haben sehr viel Freude ausgelöst.
Als das Spruchband mit dem „russischen Gruß“ auf dem Videofilm erschien, haben alle zunächst – entsprechend dem Kameraschwenk - laut mitgelesen und dann gab es einen ohrenbetäubenden Applaus.
Besonders beeindruckt war man von unseren Seifenkisten! In diesem Zusammenhang ein dickes Lob aus Murmansk an die Konstrukteure  der Münsteraner Kiste mit den Scheinwerfern aus Teelichtern und dem NAK – Symbol als Kühlerschmuck. Das hat alle enorm beeindruckt! Ich soll euch ausrichten, dass ihr den mit Abstand schönsten Renner gebaut habt. Mir schien es so, als hätten die Murmansker Jugendlichen schon Konstruktionspläne in den Augen gehabt!

Nun sollt ihr aber auch erfahren, aus welchen Gemeinden  unsere Mitgeschwister kamen. Hier die Namen:
Natürlich zuerst die Gemeinde Murmansk. Klar, dass aus dieser Gemeinde die meisten Jugendlichen kommen. Dann sind drei jugendliche Schwestern aus dem Nachbarort von Murmansk mit der Bahn angereist. Dieser Ort heißt Murmaschi. Wenn ihr den Namen hört, stellt ihr euch sicher vor, dies sei die „kleine Schwester“ der großen Stadt Murmansk. Übrigens: Murmansk erstreckt sich über insges. 29 Kilometer und ist relativ „schmal“ gebaut.
Weiter mit den Namen – jetzt wird es aber schwieriger: Werchnetulomskij, Olenogorsk, Loparskaja, Apatity, Kirowsk und – ein leichter Abschluß – die relativ kleine Gemeinde TITAN mit einer tollen Jugend.

Damit sich alle zunächst besser kennen lernen konnten, hat jeder Teilnehmer ein Namensschild erhalten, auf dem sein Vor- und Hausname zu lesen war. Leider hat mir das nicht geholfen; die Namen waren fast ausschließlich in kyrillisch  geschrieben!

Einige Jugendliche sind mit einem altersschwachen Bus gekommen, der es kaum bis Murmansk geschafft hat. Fahrtzeit: ca. 5 Stunden. Der deutsche TÜV hätte das Fahrzeug sicher sofort stillgelegt – aber dort muß man etwas anders denken!

Nach der Einweisung in das Hotel und der Vorstellung des Tagesablaufes folgte der sportliche Teil in der Turnhalle der Schule Nr. 47!
Leider war ich beim Volleyball – Turnier mal wieder auf der Seite der Verlierer (Achtung: ich seh' eure Gesichter jetzt vor mir!). Das Siegerteam, die Gemeinde Apatity, hat als Preis einen riesigen Kürbis bekommen, den unser Bezirksälteste Krupenitsch „ergattert“ hat und der zerteilt an alle Teammitglieder ging.

Alles hat dazu beigetragen, dass sich unsere Geschwister schnell näher kommen und kleine Hemmschwellen sehr schnell abgebaut werden konnten.

Nach der großen Siegerehrung und einem gemeinsamen Abendessen  fand eine offene Jugendstunde statt, an die sich dann die Vorführung des Videofilmes  anschloss.

Dieser harmonische und freudige Tag endete dann mit einem  Schlussgebet unseres Bezirksältesten, in dem unser himmlischer Vater besonders um seinen Segen für den wichtigsten Teil der Jugendtage, den gemeinsamen Gottesdienst am nächsten Morgen,
gebeten wurde.

Könnt ihr euch vorstellen, wie wir uns als Brüder freuten, dass am nächsten Morgen bis auf 2 – 3 begründete Ausnahmen auch alle Geschwister zum Gottesdienst kamen, und zudem eine junge Schwester aus der Gemeinde Kirowsk erstmals den Gemeindegesang auf der Orgel begleitet hat? Glaubt mir, wir waren wirklich glücklich darüber.

Den Gottesdienst hielt unser Bezirksältester Krupenitsch mit dem Wort, das auch unser Bezirksapostel in Oberhausen zur Grundlage seines Dienens hatte. Erinnert ihr euch noch?
Psalm 27, Vers 4: Eins bitte ich vom Herrn....
In seinem Dienen ging der Älteste auf einen Schwerpunkt des Gottesdienstes besonders ein:
Musik und Gesang. Die Bedeutung dieses Schwerpunktes wird einem meistens immer erst dann bewusst, wenn man ohne Chorgesang und erst recht Gemeindegesang auskommen muß – gerade in den Missionsgebieten ist das keine Seltenheit.

Nach dem Gottesdienst erhielten unsere Geschwister dann die russische Ausgabe unserer Sonder-EfA. Sie wurde mit Spannung erwartet, denn am Vortag hatten wir schon mehrfach darauf hingewiesen  (man „spielt ja seine guten Karten nicht zu früh aus“ - Entschuldigung).
Ganz sicher hat auch die „EfA“ schöne Impulse für die weitere Jugendarbeit  gegeben.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen und dem obligatorischen Fototermin mussten wir uns dann leider voneinander verabschieden, aber:  Wir haben zwei schöne, freudige und vor allem harmonische Tage  erlebt, die niemand so schnell vergessen wird, es war einfach toll – und das auch mit eurer Hilfe.

Mir ist aufgetragen worden, allen jugendlichen Geschwistern im Bezirk Münster von ganzem Herzen für die lieben Grüße und die verschiedenen Überraschungen zu danken.
Ihr Lieben, es wäre so schön gewesen, wenn ihr hättet sehen können, mit welcher Bewegung eure Mitgeschwister im hohen Norden Russlands bei der Verabschiedung Grüße an euch aufgetragen haben. Darin lag sehr, sehr viel Herz und Seele und sicher auch die Bitte, man möge sie doch nicht vergessen!

Auch ich danke euch von ganzem Herzen für Eure  Hilfe, die Gebete und  die fühlbar innige Verbindung.
 
 

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