Tonis Karmann Ghia Treff

 

 

Stand 12.04.2011 

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Presseberichte der letzten Jahre

 Inhaltsverzeichnis
Wie der Käfer zum Schönling wurde
Sekt statt Selters
Karmann Ghia Hardtop 1958
Karmann-Die Fachleute für oben-ohne
MobilEmotion
Geburtstag
Spurt-Versuch mit Karmann Ghia

 

Wie der Käfer zum Schönling wurde

Der Karmann Ghia brachte italienischen Chic auf deutsche Straßen. Dabei stammte er aus Osnabrück
Nach dem Zweiten Weltkrieg brauchte ein Auto nicht viel, um zum Traumwagen zu werden. Die Masse der Bevölkerung wäre schon froh gewesen, eines Tages überhaupt zum Stand der Autobesitzer zu gehören. Wenn es dennoch einen Traumwagen gab, der mehr als die Erfüllung der automobilen Grundbedürfnisse versprach, ohne gleich ins Unerreichbare abzudriften, so war es der Karmann Ghia. Er basierte auf der grundsoliden Technik des VW Käfer, überbaute diese aber mit italienischem Chic. Seine eleganten Rundungen machten ihn zur Ikone der Wirtschaftswunderzeit, auch wenn manche despektierlich vom Hausfrauen-Porsche sprachen.
Der Karmann Ghia hat eigentlich drei Väter. Die Technik stammte von VW aus Wolfsburg, die Idee von Karmann aus Osnabrück und das Design von Ghia in Turin. Das italienische Designstudio musste einige Jahre später aufgeben und schlüpfte unter die Fittiche des Ford-Konzerns, wo der Name bis heute als Ausstattungsbezeichnung fortlebt.
Die Karosseriefabrik Karmann war spezialisiert auf Sonderversionen des Käfer. In Osnabrück wurde das unverwüstliche Cabriolet entwickelt, das bis 1980 im Programm blieb. Bereits 1951 diskutierten VW-Chef Heinrich Nordhoff und Wilhelm Karmann erstmals über ein Coupé auf Käfer-Basis. 1953 entstand innerhalb weniger Monate der erste Prototyp, der beide Männer spontan begeisterte. Das unternehmerische Risiko der Serienfertigung, so kamen sie überein, sollte beim Ghia indessen Karmann tragen.
Im August 1955 verließen die ersten Coupés auf angelieferten Fahrgestellen des Export-Käfer die Fertigungshalle. Für den Umbau musste die Plattform verbreitert werden. Neu war auch der vordere Querstabilisator, den VW später für den Käfer übernahm. Bereits 1956, nur ein gutes Jahr nach dem Serienstart, lief in Osnabrück das 10 000. Coupé vom Band. Ein Jahr später kam eine offene Variante des Ghia hinzu, bei der das dicke Verdeck hinten im Wagen untergebracht werden konnte. Der Preis lag mit 8250 Mark 750 Mark höher als beim Coupé. Damit waren beide Modelle alles andere als ein Sonderangebot. Ihr Preis lag um rund die Hälfte über dem des Käfer. Kein Wunder ist es daher, dass sie über Jahre hinweg am besten in den wohlhabenden USA und auf anderen Exportmärkten verkauft wurden.
Ein echter Sportwagen war der Karmann Ghia nie, eher ein sanfter Schönling. Unter seinem flachen Heck röhrte der gleiche Boxermotor wie im Käfer. Es gab ihn mit 1,2 Liter, 1,5 und 1,6 Liter Hubraum. Die Leistung stieg im Laufe der Jahre von 30 auf immer noch nicht gerade spektakuläre 50 PS. Der Ghia übernahm alle technischen Änderungen, wie sie der Käfer fast im Jahresrhythmus erhielt. Erst 1974 endete die Produktion nach 362 000 Coupés und 81 000 Cabriolets.

 

Die Karmann-Techniker waren indes nicht untätig geblieben. Zwischen 1961 und 1969 bauten sie in geringer Stückzahl von 42 500 Einheiten auch den großen, aber nie so richtig beliebten Karmann Ghia Typ 34 auf Basis des VW Typ 411/412 ("Nasenbär"). Das viersitzige Coupé mit dem 54-PS-Boxer wäre trotzdem vielleicht noch länger gelaufen, musste dann aber dem VW Porsche 914 weichen.
Mit dem Ende der Produktion brach für die Osnabrücker die Welt nicht zusammen. Anders als die meisten Wettbewerber haben sie bis heute überlebt, indem sie neue Standbeine aufbauten. Für sie sprach und spricht die Flexibilität bei der Übernahme von Fremdaufträgen. Eine Reihe von Automobilherstellern überwand eigene Engpässe, indem ein Teil der Produktion zu Karmann ausgelagert wurde. Diese Verfahrensweise ist heute gang und gäbe, man denke nur an Magna Steyr in Österreich (BMW X3) und an Valmet in Finnland (Porsche Boxster).
Bei Karmann entstanden im Laufe der Jahre unter anderem das Porsche 356 Hardtop-Coupé, Ford Escort RS 2000 und Escort Cabrio, VW Scirocco und Corrado, Golf IV Variant, Kia Sportage und der Mercedes CLK Coupé. Über Jahrzehnte wurde in Osnabrück auch das Golf Cabriolet gefertigt.
Der spätere VW-Chef Ferdinand Piëch versprach eine Weiterführung der Geschäftsbeziehung. Allerdings entschieden die Wolfsburger dann anders, heute baut Karmann keinen einzigen Volkswagen mehr.
Dafür laufen in Osnabrück und im Zweigwerk Rheine aktuell der Audi A4 Cabrio, der Mercedes CLK Cabrio und der Chrysler Crossfire vom Band, insgesamt 90 000 Autos pro Jahr. Zudem übernimmt Karmann Entwicklungsaufträge aus aller Welt.
So ist das Blechdach des Mercedes SLK eine Entwicklung aus Osnabrück. Das Dach für den Renault Mégane CC kommt hierher, und derzeit wird an einem Klappdach-Cabrio auf Basis des kleinen Nissan Micra gearbeitet. Auch von Chrysler und General Motors (Pontiac G6) liegen Aufträge vor. VW hat inzwischen einen neuen Partner gefunden: Das künftige Cabrio der Golf-Baureihe erhält ein Klappdach von Webasto.
Am 17. Juni 2005 feiert das Unternehmen den 50. Geburtstag des Karmann Ghia. Zur großen Jubiläumsfeier in Osnabrück hat nicht nur der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff seine Teilnahme zugesagt, sondern auch VW-Chef Bernd Pischetsrieder. Ob im Anschluß eine neue Geschäftsbeziehung geknüpft wird? So ganz abgerissen war sie ja nie. Immerhin durfte Karmann wieder das Stoffdach für den New Beetle entwickeln.  ws.

 

Artikel erschienen am 30. Januar 2005 in der Welt am Sonntag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sekt statt Selters

Deutschland in der Zeit des Wirtschaftswunders: Als Lifestyle noch Lebenslust hieß und Rimini zum Traumziel der Schaffer und Malocher wurde, galt der VW Käfer als Maß der automobilen Dinge. Automuseum Volkswagen zeigt, dass sich einige Karosserie-Manufakturen damit nicht begnügen wollten.
 
Noch bis zum 21. März zeigt die Schau zwölf exklusive und ungewöhnliche Spezial-Karossen auf Käfer-Chassis aus den fünfziger Jahren. In Wolfsburg lief zu dieser Zeit der Käfer von den Bändern - und nichts als der Käfer sowie dessen Derivat für Gewerbetreibende, der Transporter. Zwei Pkw-Varianten standen den Kunden zur Wahl: Limousine Standard und Limousine Export. Ein Faltschiebedach kann ab 1950 als Extra geordert werden - es kostet 250 Mark Aufpreis. Die legendäre Blumenvase am Armaturenbrett gilt       Volkswagen-Fahrern als Gipfel des Luxus.
Karmann-Ghia Prototyp, 1953: Geheime Studie  

Wer etwas ganz Besonderes, etwas Eleganteres oder gar Schnelleres von Volkswagen haben wollte, biss bei VW-Direktor Heinrich Nordhoff und somit der Händlerschaft auf Granit - zunächst jedenfalls. Denn nur die von Karmann in Osnabrück und Hebmüller in Wülfrath bei Wuppertal Ende der vierziger Jahre konzipierten Offen-Käfer fanden nach eingehender Prüfung Gnade vor den Augen der VW-Ingenieure und deren oberstem Vorgesetzten. Karmann hatte ihnen ein viersitziges, so genanntes Cabriolet B mit dick wattiertem Verdeck vorgeführt, Hebmüller eine zweisitzige Alternative mit knapp geschnittener Kapuze (Cabriolet A).

Doch während das Karmann-Cabrio ab dem 3. Juni 1949 bis zum 10. Januar 1980 mit insgesamt 332.000 Exemplaren zum in dieser Zeit meistgebauten Cabriolet der Welt avancieren sollte, endete die Karriere des rassigen Hebmüller-Zweisitzers tragisch. Von einem verheerenden Brand am 23. Juli 1949, der wegen Wassermangels nicht gelöscht werden konnte, erholte sich der alteingesessene Wülfrather Karosseriebauer nie mehr: Als 1952 bei Hebmüller der Konkursverwalter die Regie übernahm, waren gerade 696 Exemplare fertig gestellt.
Quelle: Der Spiegel online Karmann Ghia Coupé, Baujahr 1973: Rundlicher Karosseriekörper mit lichtdurchfluteten Dachpartien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Karmann Ghia Hardtop
Während die Produktion des Karmann Ghia Coupé und des Cabriolets immer weiter ausgebaut wird, denkt Karmann über eine dritte Variante nach. Entwickelt wird eine Hardtop-Version. Karmann will mit dieser Idee die Vorzüge eines Cabrios mit denen einer Limousine vereinen.

Denn das mit Vinyl bezogene Hardtop lässt sich problemlos abnehmen und zu Hause verstauen. Und das voll versenkbare, leichte Roadster-Verdeck macht Cabrio-Spaß möglich. Aber: In die Serienfertigung wird diese extravagante Ghia-Variation nicht aufgenommen.

Quelle: Das Karmann Buch                                                                                     

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Karmann - die Fachleute für Oben-Ohne

Im Kern ist er nur ein Käfer. Vielleicht windschnittiger und tiefergelegt, aber ein Käfer. Das Topmodell hat gerade mal 50 Pferdestärken unter der Haube und mehr als 160 Sachen holen auch die ausgebufftesten Fahrer aus der Kiste nicht heraus. Trotzdem heißt der Karmann Ghia bei seinen Fans "Sportwagen" - und auch 30 Jahre nach dem Ende der Produktion lebt der Ghia-Geist: Überall Fanclubs, Tüftlertreffen und Internetforen, egal ob in Deutschland, Frankreich oder den USA. Das kleine Käfer-Coupé ist Kult.

Den Karmann Ghia kennt die Welt

Der Ghia ist der einzige Wagen des Autospezialisten aus Osnabrück, das auch wirklich Karmann heißt. 1953 tüftelten die Karmänner den soften Sportler auf Käfer-Basis zusammen mit dem Turiner Stylingstudio Ghia aus, knapp zwei Jahre später startete die Serienproduktion. 7.500 Mark kostete der Zweisitzer zur Premiere. Zwischen 1955 und 1974 baute Karmann mehr als 360.000 Ghia-Coupés und rund 80.000 Ghia-Cabrios - und machte sich damit auf den Straßen der Welt einen Namen.

Quelle: NDR

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Happy Birthday - 50 Karmann Ghia


Kein Unternehmen hat das Stadtbild von Osnabrück so nachhaltig geprägt wie die Wilhelm Karmann GmbH und kein Automobil hat die Firma Karmann so stark geprägt wie der Karmann Ghia.

Bereits 1951 wurden zwischen Volkswagen-Chef Heinrich Nordhoff und Wilhelm Karmann erste Ideen ausgetauscht. 1953 entstand im Turiner Stylingstudio »Ghia« ein erster Prototyp, der alle beigeisterte – die Legende des Karmann Ghia war geboren.
Die Stadt Osnabrück und die Firma Wilhelm Karmann GmbH feiern vom 17. bis 19. Juni 2005 den offiziellen 50. Geburtstag des Karmann Ghia.

Vom ersten Typ 143 über den 1600L bis zum letzten gebauten Karmann Ghia TC kommen alle an ihre Ursprungsstätte zurück. Feiern Sie mit uns – kommen Sie als Besitzer eines legendären Coupés oder Cabrios, kommen Sie als Fan eines sagenhaften Autos oder kommen Sie einfach als Liebhaber eines faszinierenden Automobils nach Osnabrück, der Heimat des Karmann Ghia. 17. bis 19. Juni 2005
 

Quelle: Osnabrück Marketing & Tourismus

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Zum Geburtstag des Karmann Ghia kommt Osnabrück in Fahrt
Osnabrück
Ganz Osnabrück feiert den 50. Geburtstag des Karmann Ghia. Die Automobil-Legende aus der Osnabrücker Autoschmiede Karmann steht am Wochenende vom 17. bis zum 19. Juni im Mittelpunkt eines riesigen Festivals. Bei „mobilEmotion“ macht nicht nur der Karmann Ghia Halt in Osnabrück. Die City ist drei Tage lang der Anziehungspunkt für leidenschaftliche Oldtimerfans. Rund um das Osnabrücker Schloss präsentieren sich nostalgische Schätzchen zum Anfassen. Bei Live-Konzerten der „Hooters“ sowie „Fury in the Slaughterhouse“ kommen Musikfans in Fahrt. Darüber hinaus bietet „mobilEmotion“ der ganzen Familie ein abwechslungsreiches Programm. Das Festival wird am Freitag, 17. Juni, um 19.30 Uhr eröffnet.

Ghia

Premiere am 14. Juli 1955 im Casino-Hotel in Georgsmarienhütte. Das VW Karmann Ghia Coupé wird einem staunenden Fachpublikum präsentiert.

1955 lief der Karmann Ghia erstmals in Osnabrück vom Band und trat damit seinen Siegeszug rund um die Welt an. Ein Grund für die Stadt und die Wilhelm Karmann GmbH groß zu feiern. „Wir möchten das Ereignis zusammen mit Liebhabern des Karmann Ghia feiern und gleichzeitig Familien ein abwechslungsreiches Programm bieten. Das Festival soll Jung und Alt anlocken“, betont Oliver Mix, Geschäftsführer der Osnabrück - Marketing und Tourismus GmbH (OMT).

So kommen zu „mobilEmotion“ viele der Fahrzeuge an ihre Ursprungsstätte zurück - ob Coupé oder Cabrio. Karmann zeigt die Entwicklungsgeschichte ihres Klassikers und präsentiert zudem die Autos, die außerdem in Osnabrück gebaut worden sind.

Im Schlossgarten sind Fahrzeuge aus aller Welt zu bestaunen, die viele der internationalen Besucher „parken“ dort ihre Schätzchen.

Die Fläche rund um das Schloss verwandelt sich in eine Bühne für Automobilstars. Neben dem Klassiker zeigen sich nostalgische Sportwagen und moderne Modelle im Rahmen einer Schau der Osnabrücker Autohäuser. Im Themenpark können sich Besucher über Verkehrssicherheit und Fahrzeuge mit alternativen Antriebsmög-lichkeiten informieren. Natürlich kommen die Klassiker auf Rädern auch auf Touren: Schon am Freitagabend starten die Oldies zu ihrer Nachtfahrt, Samstag ab 9.30 Uhr sind sie auf ihrer Rundfahrt durch das Osnabrücker Land aus nächster Nähe zu erleben.

Musikalische Highlights sind die Konzerte von „The Hooters“ am Freitagabend am Neuen Graben sowie von „Fury in the Slaughterhouse“, die am Samstagabend aufdrehen.

Wer nach ihren Auftritten noch nicht genug hat, kann auf der „Alando-After-Show-Party“ im Schlossinnenhof weiterfeiern. Auch die kleinen Besucher kommen tagsüber auf ihre Kosten. Während die Erwachsenen die Fahrzeuge bewundern, amüsieren sich die Kinder auf der Spielwiese. Vom Trampolinspringen über Boot fahren bis zur Rutschpartie können die Kleinen einiges erleben. Passend zum Anlass steht natürlich auch die Liebe zum Automobil im Mittelpunkt der Mitmachshow von Bernd Gast am Sonntagnachmittag auf der Bühne am Neuen Graben.

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Karmann Ghia: Der VW im Sonntagskleid
Von Gerhard Placke
Osnabrück

Ein spannender Moment für den Osnabrücker Autobauer Wilhelm Karmann und seine Entwickler. Da stand es nun, das Ergebnis jahrelanger Planung, monatelanger Produktionsvorbereitung und bestimmt manch schlafloser Nacht: Der VW Karmann Ghia stellte sich zum ersten Mal der kritischen Öffentlichkeit.

Über 100 Motorjournalisten bekamen das neue Coupé zu sehen. Man schreibt Donnerstag, den 14. Juli 1955. Ins Casino-Hotel nach Georgsmarienhütte hat Karmann seine Gäste geladen, und die Expertenschar ist begeistert – das schicke, 4,14 Meter lange, nur 1,33 Meter hohe weiße Coupé auf der Drehscheibe kommt an.

Die „Neue Tagespost“ spricht am Tag darauf gleich auf der ersten Seite von einer „Sensation aus Osnabrück“ und beschreibt den Wagen als „formschön und rentabel“, das „Osnabrücker Tageblatt“ stellt einen „Wagen von Format“ vor. Einem Redakteur aus Berlin entfährt beim Anblick des schnittigen Coupés der Spruch „Det is ne Wucht“, seine Frankfurter Kollegen schreiben später vom „VW im Sonntagskleid“.

Ghia

 

Karmann und seine Mitarbeiter strahlen am Vorstellungstag mit der Sonne um die Wette. Anderes Wetter hätte an diesem Tag auch nicht gepasst. Der Firmenchef und sein langjähriger Weggefährte Luigi Segre, Chef und Besitzer der alteingesessenen Karrosseriefirma Ghia in Turin, waren Optimisten und wollten etwas schaffen: ein schnittiges Coupé mit gut Platz für zwei und Gepäck, die dank problemloser Technik auch auf lange Reise gehen konnten.

Segre hatte seinem Freund am Rande des Pariser Salons im Herbst 1953 sein heimlich auf VW-Käfer-Basis entwickeltes Coupé gezeigt: ein cremefarbener Traum. Karmann war begeistert, unter strengster Geheimhaltung kam der Wagen nach Osnabrück. Nachdem VW-Boss Heinrich Nordhoff grünes Licht für den Bau des „Beau aus Osnabrück“ gegeben hatte, legten die Karmänner los. Sie konstruierten den Entwurf für den Serienbau durch, dachten auch gleich an ein Cabriolet, das 1957 vorgestellt wurde.

Ihre deutsche Wertarbeit im besten Sinn kam an, vor allem bei den Damen und in den USA. Gleich im ersten vollen Produktionsjahr liefen 11556 Karmann Ghia vom Band. Pro Stück 7500 DM teuer, was bei rund 350 DM Monatslohn eines Facharbeiters viel Geld war (zum Vergleich: Käfer ab 3790 DM, Mercedes 180 ab 8700 DM).

Was im Juli 1955 noch keiner wusste: Die Karmann-Mannschaft hatte einen Welterfolg geschaffen, der erst 1974 nach über 440000 Exemplaren vom Scirocco mit VW-Golf-Technik abgelöst werden sollte.

Ghia-Daten

  • Motor: luftgekühlter Vierzylinder-VW-Boxermotor, Hubraum 1192 ccm, 30 PS, bis 1974 Leistungsstufen mit 34, 40, 44 und 50 PS aus dann 1584 ccm
  • Getriebe: vier Vorwärtsgänge (bis 1960 erster Gang nicht synchronisiert), Rückwärtsgang
  • Fahrgestell: Zentralrohrrahmen mit hinterer Gabel und angeschweißter Plattform
  • Bremse: vier hydraulische Trommelbremsen, ab 1966 vorne Scheibenbremsen, Zweikreissystem
  • Preis: Coupé: 1955: 7500 DM, 1974: 9795 DM; Cabrio: 1957: 8250 DM, 1974: 10790 DM
  • Stückzahl: 362585 Coupés, 80881 Cabriolets

 

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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Quelle: Osnabrücker Nachrichten

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