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Stand
12.04.2011
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Presseberichte der
letzten Jahre
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Wie
der Käfer zum Schönling wurde
Der Karmann Ghia brachte italienischen Chic
auf deutsche Straßen. Dabei stammte er aus Osnabrück
Nach dem Zweiten Weltkrieg brauchte ein Auto nicht viel, um zum Traumwagen
zu werden. Die Masse der Bevölkerung wäre schon froh gewesen, eines Tages
überhaupt zum Stand der Autobesitzer zu gehören. Wenn es dennoch einen
Traumwagen gab, der mehr als die Erfüllung der automobilen Grundbedürfnisse
versprach, ohne gleich ins Unerreichbare abzudriften, so war es der Karmann
Ghia. Er basierte auf der grundsoliden Technik des VW Käfer, überbaute diese
aber mit italienischem Chic. Seine eleganten Rundungen machten ihn zur Ikone
der Wirtschaftswunderzeit, auch wenn manche despektierlich vom
Hausfrauen-Porsche sprachen.
Der Karmann Ghia hat eigentlich drei Väter. Die Technik stammte von VW aus
Wolfsburg, die Idee von Karmann aus Osnabrück und das Design von Ghia in
Turin. Das italienische Designstudio musste einige Jahre später aufgeben und
schlüpfte unter die Fittiche des Ford-Konzerns, wo der Name bis heute als
Ausstattungsbezeichnung fortlebt.
Die Karosseriefabrik Karmann war spezialisiert auf Sonderversionen des
Käfer. In Osnabrück wurde das unverwüstliche Cabriolet entwickelt, das bis
1980 im Programm blieb. Bereits 1951 diskutierten VW-Chef Heinrich Nordhoff
und Wilhelm Karmann erstmals über ein Coupé auf Käfer-Basis. 1953 entstand
innerhalb weniger Monate der erste Prototyp, der beide Männer spontan
begeisterte. Das unternehmerische Risiko der Serienfertigung, so kamen sie
überein, sollte beim Ghia indessen Karmann tragen.
Im August 1955 verließen die ersten Coupés auf angelieferten Fahrgestellen
des Export-Käfer die Fertigungshalle. Für den Umbau musste die Plattform
verbreitert werden. Neu war auch der vordere Querstabilisator, den VW später
für den Käfer übernahm. Bereits 1956, nur ein gutes Jahr nach dem
Serienstart, lief in Osnabrück das 10 000. Coupé vom Band. Ein Jahr später
kam eine offene Variante des Ghia hinzu, bei der das dicke Verdeck hinten im
Wagen untergebracht werden konnte. Der Preis lag mit 8250 Mark 750 Mark
höher als beim Coupé. Damit waren beide Modelle alles andere als ein
Sonderangebot. Ihr Preis lag um rund die Hälfte über dem des Käfer. Kein
Wunder ist es daher, dass sie über Jahre hinweg am besten in den
wohlhabenden USA und auf anderen Exportmärkten verkauft wurden.
Ein echter Sportwagen war der Karmann Ghia nie, eher ein sanfter Schönling.
Unter seinem flachen Heck röhrte der gleiche Boxermotor wie im Käfer. Es gab
ihn mit 1,2 Liter, 1,5 und 1,6 Liter Hubraum. Die Leistung stieg im Laufe
der Jahre von 30 auf immer noch nicht gerade spektakuläre 50 PS. Der Ghia
übernahm alle technischen Änderungen, wie sie der Käfer fast im
Jahresrhythmus erhielt. Erst 1974 endete die Produktion nach 362 000 Coupés
und 81 000 Cabriolets. |
Die Karmann-Techniker waren indes nicht untätig
geblieben. Zwischen 1961 und 1969 bauten sie in geringer Stückzahl von 42
500 Einheiten auch den großen, aber nie so richtig beliebten Karmann Ghia
Typ 34 auf Basis des VW Typ 411/412 ("Nasenbär"). Das viersitzige Coupé mit
dem 54-PS-Boxer wäre trotzdem vielleicht noch länger gelaufen, musste dann
aber dem VW Porsche 914 weichen.
Mit dem Ende der Produktion brach für die Osnabrücker die Welt nicht
zusammen. Anders als die meisten Wettbewerber haben sie bis heute überlebt,
indem sie neue Standbeine aufbauten. Für sie sprach und spricht die
Flexibilität bei der Übernahme von Fremdaufträgen. Eine Reihe von
Automobilherstellern überwand eigene Engpässe, indem ein Teil der Produktion
zu Karmann ausgelagert wurde. Diese Verfahrensweise ist heute gang und gäbe,
man denke nur an Magna Steyr in Österreich (BMW X3) und an Valmet in
Finnland (Porsche Boxster).
Bei Karmann entstanden im Laufe der Jahre unter anderem das Porsche 356
Hardtop-Coupé, Ford Escort RS 2000 und Escort Cabrio, VW Scirocco und
Corrado, Golf IV Variant, Kia Sportage und der Mercedes CLK Coupé. Über
Jahrzehnte wurde in Osnabrück auch das Golf Cabriolet gefertigt.
Der spätere VW-Chef Ferdinand Piëch versprach eine Weiterführung der
Geschäftsbeziehung. Allerdings entschieden die Wolfsburger dann anders,
heute baut Karmann keinen einzigen Volkswagen mehr.
Dafür laufen in Osnabrück und im Zweigwerk Rheine aktuell der Audi A4
Cabrio, der Mercedes CLK Cabrio und der Chrysler Crossfire vom Band,
insgesamt 90 000 Autos pro Jahr. Zudem übernimmt Karmann
Entwicklungsaufträge aus aller Welt.
So ist das Blechdach des Mercedes SLK eine Entwicklung aus Osnabrück. Das
Dach für den Renault Mégane CC kommt hierher, und derzeit wird an einem
Klappdach-Cabrio auf Basis des kleinen Nissan Micra gearbeitet. Auch von
Chrysler und General Motors (Pontiac G6) liegen Aufträge vor. VW hat
inzwischen einen neuen Partner gefunden: Das künftige Cabrio der
Golf-Baureihe erhält ein Klappdach von Webasto.
Am 17. Juni 2005 feiert das Unternehmen den 50. Geburtstag des Karmann Ghia.
Zur großen Jubiläumsfeier in Osnabrück hat nicht nur der niedersächsische
Ministerpräsident Christian Wulff seine Teilnahme zugesagt, sondern auch
VW-Chef Bernd Pischetsrieder. Ob im Anschluß eine neue Geschäftsbeziehung
geknüpft wird? So ganz abgerissen war sie ja nie. Immerhin durfte Karmann
wieder das Stoffdach für den New Beetle entwickeln. ws.
Artikel erschienen am 30. Januar 2005 in der Welt am
Sonntag |
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Sekt statt Selters
Deutschland in der Zeit des Wirtschaftswunders: Als Lifestyle noch
Lebenslust hieß und Rimini zum Traumziel der Schaffer und Malocher wurde,
galt der VW Käfer als Maß der automobilen Dinge. Automuseum Volkswagen
zeigt, dass sich einige Karosserie-Manufakturen damit nicht begnügen
wollten.
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Noch bis zum 21. März zeigt
die Schau zwölf exklusive und ungewöhnliche Spezial-Karossen auf
Käfer-Chassis aus den fünfziger Jahren. In Wolfsburg lief zu dieser Zeit
der Käfer von den Bändern - und nichts als der Käfer sowie dessen
Derivat für Gewerbetreibende, der Transporter. Zwei Pkw-Varianten
standen den Kunden zur Wahl: Limousine Standard und Limousine Export.
Ein Faltschiebedach kann ab 1950 als Extra geordert werden - es kostet
250 Mark Aufpreis. Die legendäre Blumenvase am Armaturenbrett gilt
Volkswagen-Fahrern als Gipfel des Luxus. |
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Karmann-Ghia Prototyp, 1953: Geheime Studie |
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Wer etwas ganz Besonderes, etwas Eleganteres
oder gar Schnelleres von Volkswagen haben wollte, biss bei VW-Direktor
Heinrich Nordhoff und somit der Händlerschaft auf Granit - zunächst
jedenfalls. Denn nur die von Karmann in Osnabrück und Hebmüller in Wülfrath
bei Wuppertal Ende der vierziger Jahre konzipierten Offen-Käfer fanden nach
eingehender Prüfung Gnade vor den Augen der VW-Ingenieure und deren oberstem
Vorgesetzten. Karmann hatte ihnen ein viersitziges, so genanntes Cabriolet B
mit dick wattiertem Verdeck vorgeführt, Hebmüller eine zweisitzige
Alternative mit knapp geschnittener Kapuze (Cabriolet A).
| Doch während das
Karmann-Cabrio ab dem 3. Juni 1949 bis zum 10. Januar 1980 mit insgesamt
332.000 Exemplaren zum in dieser Zeit meistgebauten Cabriolet der Welt
avancieren sollte, endete die Karriere des rassigen
Hebmüller-Zweisitzers tragisch. Von einem verheerenden Brand am 23. Juli
1949, der wegen Wassermangels nicht gelöscht werden konnte, erholte sich
der alteingesessene Wülfrather Karosseriebauer nie mehr: Als 1952 bei
Hebmüller der Konkursverwalter die Regie übernahm, waren gerade 696
Exemplare fertig gestellt. |
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Quelle: Der Spiegel online |
Karmann Ghia Coupé, Baujahr 1973: Rundlicher
Karosseriekörper mit lichtdurchfluteten Dachpartien |
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Karmann Ghia
Hardtop
Während die Produktion des Karmann Ghia Coupé und des Cabriolets immer
weiter ausgebaut wird, denkt Karmann über eine dritte Variante nach.
Entwickelt
wird eine Hardtop-Version. Karmann will mit dieser Idee die Vorzüge eines
Cabrios mit denen einer Limousine vereinen.
Denn das mit Vinyl bezogene Hardtop lässt sich problemlos abnehmen und
zu Hause verstauen. Und das voll versenkbare, leichte Roadster-Verdeck
macht
Cabrio-Spaß möglich. Aber: In die Serienfertigung wird diese extravagante
Ghia-Variation nicht aufgenommen.
Quelle: Das Karmann Buch
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Karmann - die Fachleute für
Oben-Ohne
Im Kern ist er nur ein Käfer.
Vielleicht windschnittiger und tiefergelegt, aber ein Käfer. Das Topmodell
hat gerade mal 50 Pferdestärken unter der Haube und mehr als 160 Sachen
holen auch die ausgebufftesten Fahrer aus der Kiste nicht heraus. Trotzdem
heißt der Karmann Ghia bei seinen Fans "Sportwagen" - und auch 30 Jahre nach
dem Ende der Produktion lebt der Ghia-Geist: Überall Fanclubs,
Tüftlertreffen und Internetforen, egal ob in Deutschland, Frankreich oder
den USA. Das kleine Käfer-Coupé ist Kult.
Den Karmann Ghia kennt die Welt
Der Ghia ist der einzige Wagen des
Autospezialisten aus Osnabrück, das auch wirklich Karmann heißt. 1953
tüftelten die Karmänner den soften Sportler auf Käfer-Basis zusammen mit dem
Turiner Stylingstudio Ghia aus, knapp zwei Jahre später startete die
Serienproduktion. 7.500 Mark kostete der Zweisitzer zur Premiere. Zwischen
1955 und 1974 baute Karmann mehr als 360.000 Ghia-Coupés und rund 80.000
Ghia-Cabrios - und machte sich damit auf den Straßen der Welt einen Namen.
Quelle: NDR |
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Happy Birthday - 50 Karmann Ghia
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Kein Unternehmen hat das Stadtbild von Osnabrück so nachhaltig geprägt
wie die Wilhelm Karmann GmbH und kein Automobil hat die Firma Karmann so
stark geprägt wie der Karmann Ghia.
Bereits 1951 wurden zwischen Volkswagen-Chef Heinrich Nordhoff und
Wilhelm Karmann erste Ideen ausgetauscht. 1953 entstand im Turiner
Stylingstudio »Ghia« ein erster Prototyp, der alle beigeisterte – die
Legende des Karmann Ghia war geboren.
Die Stadt Osnabrück und die Firma Wilhelm Karmann GmbH feiern vom 17.
bis 19. Juni 2005 den offiziellen 50. Geburtstag des Karmann Ghia.
Vom ersten Typ 143 über
den 1600L bis zum letzten gebauten Karmann Ghia TC kommen alle an ihre
Ursprungsstätte zurück. Feiern Sie mit uns – kommen Sie als Besitzer
eines legendären Coupés oder Cabrios, kommen Sie als Fan eines
sagenhaften Autos oder kommen Sie einfach als Liebhaber eines
faszinierenden Automobils nach Osnabrück, der Heimat des Karmann Ghia.
17. bis 19. Juni 2005
Quelle: Osnabrück
Marketing & Tourismus |
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Zum Geburtstag des
Karmann Ghia kommt Osnabrück in Fahrt
Osnabrück
Ganz Osnabrück feiert den 50. Geburtstag des Karmann Ghia. Die
Automobil-Legende aus der Osnabrücker Autoschmiede Karmann steht am
Wochenende vom 17. bis zum 19. Juni im Mittelpunkt eines riesigen Festivals.
Bei „mobilEmotion“ macht nicht nur der Karmann Ghia Halt in Osnabrück. Die
City ist drei Tage lang der Anziehungspunkt für leidenschaftliche
Oldtimerfans. Rund um das Osnabrücker Schloss präsentieren sich nostalgische
Schätzchen zum Anfassen. Bei Live-Konzerten der „Hooters“ sowie „Fury in the
Slaughterhouse“ kommen Musikfans in Fahrt. Darüber hinaus bietet „mobilEmotion“
der ganzen Familie ein abwechslungsreiches Programm. Das Festival wird am
Freitag, 17. Juni, um 19.30 Uhr eröffnet.
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Premiere am 14. Juli 1955 im Casino-Hotel in Georgsmarienhütte. Das VW
Karmann Ghia Coupé wird einem staunenden Fachpublikum präsentiert.
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1955 lief der Karmann
Ghia erstmals in Osnabrück vom Band und trat damit seinen Siegeszug rund um
die Welt an. Ein Grund für die Stadt und die Wilhelm Karmann GmbH groß zu
feiern. „Wir möchten das Ereignis zusammen mit Liebhabern des Karmann Ghia
feiern und gleichzeitig Familien ein abwechslungsreiches Programm bieten.
Das Festival soll Jung und Alt anlocken“, betont Oliver Mix, Geschäftsführer
der Osnabrück - Marketing und Tourismus GmbH (OMT).
So kommen zu „mobilEmotion“
viele der Fahrzeuge an ihre Ursprungsstätte zurück - ob Coupé oder Cabrio.
Karmann zeigt die Entwicklungsgeschichte ihres Klassikers und präsentiert
zudem die Autos, die außerdem in Osnabrück gebaut worden sind.
Im Schlossgarten sind
Fahrzeuge aus aller Welt zu bestaunen, die viele der internationalen
Besucher „parken“ dort ihre Schätzchen.
Die Fläche rund um das
Schloss verwandelt sich in eine Bühne für Automobilstars. Neben dem
Klassiker zeigen sich nostalgische Sportwagen und moderne Modelle im Rahmen
einer Schau der Osnabrücker Autohäuser. Im Themenpark können sich Besucher
über Verkehrssicherheit und Fahrzeuge mit alternativen
Antriebsmög-lichkeiten informieren. Natürlich kommen die Klassiker auf
Rädern auch auf Touren: Schon am Freitagabend starten die Oldies zu ihrer
Nachtfahrt, Samstag ab 9.30 Uhr sind sie auf ihrer Rundfahrt durch das
Osnabrücker Land aus nächster Nähe zu erleben.
Musikalische Highlights
sind die Konzerte von „The Hooters“ am Freitagabend am Neuen Graben sowie
von „Fury in the Slaughterhouse“, die am Samstagabend aufdrehen.
Wer nach ihren
Auftritten noch nicht genug hat, kann auf der „Alando-After-Show-Party“ im
Schlossinnenhof weiterfeiern. Auch die kleinen Besucher kommen tagsüber auf
ihre Kosten. Während die Erwachsenen die Fahrzeuge bewundern, amüsieren sich
die Kinder auf der Spielwiese. Vom Trampolinspringen über Boot fahren bis
zur Rutschpartie können die Kleinen einiges erleben. Passend zum Anlass
steht natürlich auch die Liebe zum Automobil im Mittelpunkt der Mitmachshow
von Bernd Gast am Sonntagnachmittag auf der Bühne am Neuen Graben.

Karmann
Ghia: Der VW im Sonntagskleid
Von Gerhard Placke
Osnabrück
Ein spannender Moment für den Osnabrücker Autobauer Wilhelm Karmann und
seine Entwickler. Da stand es nun, das Ergebnis jahrelanger Planung,
monatelanger Produktionsvorbereitung und bestimmt manch schlafloser Nacht:
Der VW Karmann Ghia stellte sich zum ersten Mal der kritischen
Öffentlichkeit.
Über 100
Motorjournalisten bekamen das neue Coupé zu sehen. Man schreibt Donnerstag,
den 14. Juli 1955. Ins Casino-Hotel nach Georgsmarienhütte hat Karmann seine
Gäste geladen, und die Expertenschar ist begeistert – das schicke, 4,14
Meter lange, nur 1,33 Meter hohe weiße Coupé auf der Drehscheibe kommt an.
Die „Neue Tagespost“
spricht am Tag darauf gleich auf der ersten Seite von einer „Sensation aus
Osnabrück“ und beschreibt den Wagen als „formschön und rentabel“, das
„Osnabrücker Tageblatt“ stellt einen „Wagen von Format“ vor. Einem Redakteur
aus Berlin entfährt beim Anblick des schnittigen Coupés der Spruch „Det is
ne Wucht“, seine Frankfurter Kollegen schreiben später vom „VW im
Sonntagskleid“.
Karmann und seine
Mitarbeiter strahlen am Vorstellungstag mit der Sonne um die Wette. Anderes
Wetter hätte an diesem Tag auch nicht gepasst. Der Firmenchef und sein
langjähriger Weggefährte Luigi Segre, Chef und Besitzer der alteingesessenen
Karrosseriefirma Ghia in Turin, waren Optimisten und wollten etwas schaffen:
ein schnittiges Coupé mit gut Platz für zwei und Gepäck, die dank
problemloser Technik auch auf lange Reise gehen konnten.
Segre hatte seinem
Freund am Rande des Pariser Salons im Herbst 1953 sein heimlich auf
VW-Käfer-Basis entwickeltes Coupé gezeigt: ein cremefarbener Traum. Karmann
war begeistert, unter strengster Geheimhaltung kam der Wagen nach Osnabrück.
Nachdem VW-Boss Heinrich Nordhoff grünes Licht für den Bau des „Beau aus
Osnabrück“ gegeben hatte, legten die Karmänner los. Sie konstruierten den
Entwurf für den Serienbau durch, dachten auch gleich an ein Cabriolet, das
1957 vorgestellt wurde.
Ihre deutsche
Wertarbeit im besten Sinn kam an, vor allem bei den Damen und in den USA.
Gleich im ersten vollen Produktionsjahr liefen 11556 Karmann Ghia vom Band.
Pro Stück 7500 DM teuer, was bei rund 350 DM Monatslohn eines Facharbeiters
viel Geld war (zum Vergleich: Käfer ab 3790 DM, Mercedes 180 ab 8700 DM).
Was im Juli 1955 noch
keiner wusste: Die Karmann-Mannschaft hatte einen Welterfolg geschaffen, der
erst 1974 nach über 440000 Exemplaren vom Scirocco mit VW-Golf-Technik
abgelöst werden sollte.
Ghia-Daten
-
Motor: luftgekühlter Vierzylinder-VW-Boxermotor, Hubraum
1192 ccm, 30 PS, bis 1974 Leistungsstufen mit 34, 40, 44 und 50 PS aus
dann 1584 ccm
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Getriebe: vier Vorwärtsgänge (bis 1960 erster Gang nicht
synchronisiert), Rückwärtsgang
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Fahrgestell: Zentralrohrrahmen mit hinterer Gabel und
angeschweißter Plattform
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Bremse:
vier hydraulische Trommelbremsen, ab 1966 vorne
Scheibenbremsen, Zweikreissystem
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Preis: Coupé: 1955: 7500 DM, 1974: 9795 DM; Cabrio: 1957:
8250 DM, 1974: 10790 DM
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Stückzahl: 362585 Coupés, 80881 Cabriolets
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung |
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Quelle: Osnabrücker Nachrichten |
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