Antike Briefliteratur
Aus dem römischen Bereich sind uns ganz verschiedene Briefarten bekannt:
Briefe, die in umgangssprachlichem Ton Einblicke in das tägliche Leben
geben, bis hin zu rhetorisch durchgeformten Briefen philosophischen Inhalts
ohne realen Adressaten.
Aufbau eines
Briefes:
- Anrede: Name des Verfassers im Nominativ
- Name des Adressaten im Dativ
- Grußformel: s. d. salutem dicit
- Ortsangabe und Datierung: D datum ("gegeben"); Angaben
entsprechend dem römischen Kalender
- Ort im Ablativ (Plinius lässt diese Angaben immer weg!)
- Höflichkeitsformel am Beginn: s. v. b. e. e. v. si vales, bene
est; ego valeo
- Grußformel am Ende: Vale!
- Brieftempus: An Stelle des zu erwartenden Präsens wird das Präteritum
gesetzt, weil der Absender den Moment berücksichtigt, zu dem der Adressat
den Brief bekommt. Die Briefe hatten meist sehr lange Laufzeiten!
Briefe des Plinius:
Die Briefe des Plinius sind teils als Briefe an wirkliche Adressaten, ohne
den Gedanken an eine Veröffentlichung, konzipiert, teilweise hat Plinius
aber vor einer Veröffentlichung alle privaten und individuellen Informationen
aus der Schrift herausgenommen. Meist beschränken sich die Briefe auf
ein Thema und sind nach streng rhetorischen Regeln aufgebaut:
- Einleitung (Nennung des Themas oder Hinführung auf ein Thema)
- Darstellung des Sachverhaltes
- Diskussion des Sachverhaltes
- Schlussfolgerung (oft verbunden mit einer Lehre für den Adressaten)
- Die Mehrzahl der Briefe zeigt das Privatleben eines reichen Römers
in der Kaiserzeit.