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Futteralgen  (Chlorella cf. vulgaris)

Welche Algen genau ich in der Kultur habe, kann ich nicht sagen. Unter dem Mikroskop sind sie auch bei 400 facher Vergrößerung noch sehr klein (stecknadelkopf groß). Struckturen sind nicht zu erkennen. Sie sind rund und bilden keine Ketten.

Aber auch Chlorella pyrenoidosa ist so eine kleine kugelige Grünalge.

Beschaffung von Algen:
Algen kann man beziehen von der

Georg-August-Universität Göttingen

Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften

Experimentelle Phykologie und Sammlung von Algenkulturen

37073 Göttingen   Nikolausberger Weg 18


Dort werden mehr als 1.000 Arten kultiviert.
Also, wenn du dort die Algen kaufst, dann vielleicht gleich die Grünalge

"Chlamydomonas reinhardtii"
bestellen.
Sie sollen sehr gut und in hohen Dichten (1 000 000 Zellen/ml) zu züchten sein und werden deswegen auch als "grüne Hefe" bezeichnet. Sie sind einzellig mit 2 Flagellen und 12 µm im Durchmesser groß.
Wer allerdings größere Algen sucht, um sie direkt an die Fische zu verfüttern, der sollte z.B. nach der Algengattung Ankistrodesmus (bis 500 µm lang und 10 µm breit) mit den Arten A. spiralis und A. acicularis fragen. Sie sollen sich auch verhältnismäßig leicht züchten lassen.


Eine Algenblüte ist bei Aquarianern nicht gerade beliebt. Aber für den, der grüne Schwebealgen sucht, ein Glücksfall. Nur lassen sich diese Algen schlecht auf Kommando produzieren. Versuchen kann man es mit Fetrilon, einem Eisendünger von der Firma Bayer.
Dazu gibt man 0,1 g Fetrilon auf 5 Liter Aquarienwasser, welches stark belastet sein sollte. Wenn jetzt auch noch genügend Licht vorhanden ist, so entsteht oft eine Algenblüte, an der gut und gerne bis zu 10 verschiedene Algen beteiligt sein können.
Dies ist natürlich ein sehr gutes Aufzuchtfutter für die Fischbrut, denn Algen produzieren auch ungesättigte Fettsäuren.
Aber diese Algensuppe muß ständig kontrolliert werden, denn unter starkem Lichteinfluß steigt der ph-Wert stark an und es tritt eine Sauerstoffübersättigung ein.


Auch eine sehr gute Möglichkeit ist es natürlich, von einem Bekannten einen Ansatz aus einer gut laufenden Algenzucht zu bekommen. Aber auch hier kann man nicht sicher sein, daß es wirklich funktioniert. Es kommt halt immer auf das Wasser an, was man den Algen bieten kann.
Aber der größte Fehler wird gemacht, wenn man zu viel neues und frisches Wasser auf einmal zusetzt. Es ist wirklich nicht übertrieben, wenn man anfangs das neue Wasser tropfenweise zusetzt.


Wer allerdings sich selbst die Algen suchen will, der sollte es im Frühjahr probieren. Dann ist die beste Zeit, um aus allen möglichen Tümpeln und Teichen, die sich grün gefärbt haben, eine Wasserprobe mitzunehmen.
Teiche, auf denen sich Enten aufhalten, besonders solche in Zoos, Tierparks oder Vogelparks sind da stets sehr zu empfehlen. Und dann aber nicht nur 100 ccm mitnehmen, sondern lieber 2-3 Liter, denn Algen sind sehr empfindlich, wenn sie in ein anderes Wasser umgesetzt werden.


Kultivierung der Algen:
Sollten sich in dem Wasser noch andere Lebewesen aufhalten, so müssen die natürlich ausgefiltert werden, denn meist haben sie die Algen zum Fressen gern. Dazu eignet sich z.B. ein Artemiasieb.
In den nächsten Tagen muß die Algenbrühe aber trotzdem noch ständig kontrolliert werden und nötigenfalls muß wieder gefiltert werden, bis tatsächlich nur noch Algen drin sind.



Dann sollte man unter dem Mikroskop nachsehen, um was für Algen es sich handelt. Für unsere Zwecke sollten sie möglichst in Ketten zusammen hängen, d.h. mehrere kleine Algen haben sich zu einer größeren Kette zusammen geschlossen. Obwohl sich diese auch schnell wieder loslassen können, scheinen sie doch von den Fischen lieber gefressen zu werden.
Wer damit Rädertierchen u.s.w. füttern will, sollte vielleicht lieber auf die kleinen, runden Algen zurückgreifen.



         Scenedesmus - Alge
Wer allerdings mit Algen Wasserflöhe züchten möchte, der sollte lieber,
- nach Auskunft von Ivan Simeonov, -
auf Scenedesmus-Algen zurückgreifen.

Sie haben sich bestens bewährt, weil sie nur 10 Mikrometer groß werden.
Wie man Algen testen kann, ob sie für die Wasserflohzucht taugen kannst du hier nachlesen.



Wenn die Algen in dem neuen Wasser nach 14 Tagen noch leben (allerdings wird es oft so sein, daß die Algen schon nach wenigen Tagen absterben) dann sollte man probieren, wie sie zu kultivieren sind.
Zunächst müssen möglichst 4-5 Gläser mit Algen bereitstehen. Denn nur zu schnell ist die Herrlichkeit in einem Glas vorbei, ohne daß wir den Grund feststellen können.

Licht
ist auf jeden Fall notwendig.
Aber nicht in die pralle Sonne stellen.
Ein Nordfenster ist deshalb sehr vorteilhaft.
Obwohl, eine Sparlampe tut es auch in den meisten Fällen.




In diesem Hängeschrank ist Platz für 12 Gläser a`1 Liter.
  Die Beleuchtung besteht aus 2 Sparlampen a`11 Watt.

In diesem Hängeschrank ist Platz für 12 Gläser
a`1 Liter. Die Beleuchtung besteht aus 2 Sparlampen a`11 Watt.

Durchlüftung
ist nicht ratsam, ich habe damit schlechte Erfahrungen gemacht. Nach einiger Zeit .. es kann eine Woche sein, aber auch gut und gerne einen Monat dauern .. aber irgendwann ist die Herrlichkeit bei den Algen vorbei. Die Algensuppe wird immer heller und schließlich sind keine Algen mehr zu sehen. Unter dem Mikroskop findet man dann viele Kleinlebewesen in dieser nicht mehr grünen Suppe und man fragt sich, wie die da wohl rein gekommen sein mögen. Aus berufenem Munde ist zu erfahren, dass sie durch die ungereinigte Luft, die in das Algenglas gepumpt wurde, eingeschlept wurden. Eine Abhilfe soll gewaschene Luft bringen. Damit habe ich aber noch keine Erfahrungen sammeln können, denn ich rühre die Algensuppe einfach mit einem Stab um, wenn sie sich am Boden abgesetzt haben. Bei mir reicht es, wenn ich dies morgens und abends mache.

Wer größere Mengen an Algen benötigt, der nimmt besser ein entsprechend großes Aquarium statt der Gläser und da kann man gut eine Umwälzpumpe einsetzen. Wie dies zu bewerkstelligen ist, beschreibt Hariolf Rieger weiter unten.
Einen Vorteil haben natürlich die am Boden sich absetzenden Algen. Man kann eine große Dichte an Algen schnell absaugen und z.B. an Jungfische verfüttern.


 Futter
 Da hat sich Hydrodünger *Für Grün-Pflanzen* bewährt.

Über die Menge, die zugesetzt wird, muß man nachdenken. Denn viel Dünger ergibt noch nicht unbedingt auch eine große Dichte an Algen in dem Glas. Aber auf jeden Fall steigt dann der Nitratgehalt in ungeahnte Höhen.
So um die 500 mg und mehr sind da schnell erreicht, was natürlich total unerwünscht ist, sollen die Algen direkt an die Fische verfüttert werden. Versuche mit einem Aquarienpflanzendünger verliefen negativ. Da scheint etwas zu fehlen.
Ich nehme 2-3 Tropfen pro Liter Wasser in der Woche. Dann ist die Vermehrung nicht so sprunghaft, aber dafür hält sich der Nitratgehalt in Grenzen.


Wer große Mengen Algen jeden Tag braucht, der muß entweder viele 1-Liter-Gläser aufstellen oder mit CO² zufüttern.

Wie man dies macht, erklärte mir so.

Mein Bedarf an Algensuspension mit hoher Dichte liegt täglich bei 5 - 7 Litern. Ich ernähre damit hauptsächlich Futtertiere, setze die Algen aber auch als Nahrungsergänzung für kleine Lebendgebärende ein. Meine Neoheterandria elegans zum Beispiel scheinen auf die tägliche Algenzugabe förmlich zu warten und gedeihen prächtig mit diesem Zusatzfutter.

Ziel war es also, eine kleine Algenzuchtanlage zu bauen die mehrere Bedingungen erfüllen musste. Zunächst natürlich die tägliche Entnahme von maximal 7 Litern Algensuspension ohne den Bestand zu gefährden, die laufenden Kosten für die Anlage mussten in einem erträglichen Rahmen bleiben und der Arbeitsaufwand durfte nur minimal sein.

Diese Aufgabe wurde mit folgenden Mitteln erfüllt:

  • 2 Aquarien, je 40 x 23 x 27 cm (LBH)
  • 2 kleinen Pumpen, Leistungsaufnahme 4 Watt
  • 1 Energiesparlampe, Leistungsaufnahme 21 Watt
  • 2 Plastikflaschen, Luftschlauch und Ausströmer

So sieht meine Zuchtanlage aus!
Copyright: Hariolf Rieger


Die beiden kleinen Pumpen sind an einer Schmalseite der Aquarien so eingehängt, dass der Wasseraustritt unterhalb der Wasseroberfläche liegt. Sie werden nach jeder vollen Stunde durch eine Zeitschaltuhr für 15 Minuten eingeschaltet um die Algen in Schwebe zu halten, Wärmenester - verursacht durch die Wärme der Lampe - aufzulösen und um das vorhandene CO² gleichmäßig zu verteilen. Nachts, wenn die Algen kein CO² aufnehmen können sondern Sauerstoff brauchen, laufen die Pumpen immer.
Die Energiesparlampe wird über die Zeitschaltuhr meiner übrigen Aquarien geschaltet und brennt 12 Stunden am Tag. Zusätzlich fällt noch viel Tageslicht auf die Anlage.
Als Nahrung für die Algen dient ein Hydrodünger, bei mir haben sich 20 Tropfen Dünger auf 5 Liter Frischwasser bewährt. Zusätzlich wird kontinuierlich über einen
Ausströmer CO² in die Aquarien geleitet.

Der tägliche Bedarf an Algensuspension wird wechselweise aus jeweils einem Becken entnommen. Danach wird sofort wieder mit Leitungswasser aufgefüllt und Dünger zugegeben. Anschließend hat die Kultur 48 Stunden Zeit um sich zu erholen und kann neue Algen produzieren. Wichtig scheint mir in diesem Zusammenhang noch folgender Hinweis: auch wenn keine Algen verbraucht werden muss nach spätestens 10 Tagen die Hälfte des Beckeninhalts entnommen und durch Frischwasser ersetzt werden. Die Kultur stirbt sonst ab.

Schnecken
Wer nicht so große Mengen an Algen benötigt, der kann auch Schnecken in das Glas mit den Algen geben, sie mit Trockenfutter für Fische füttern und dies reicht dann auch für eine sehr mäßige Algenproduktion.
Blasenschnecke!   Nun eignen sich nach meinen Beobachtungen leider nicht alle   Schnecken. Posthornschnecken sterben nach kurzer Zeit.
  Aber die Blasenschnecke ist ganz gut dafür zu gebrauchen. Allerdings kann es vorkommen, daß mit den Schnecken auch irgendwelche Wimperntierchen mit eingeschleppt werden, die natürlich auch Algenfresser sind.
Deshalb rate ich eher davon ab, Schnecken in die Gläser mit der Algensuppe zu geben.

Zuchterfahrungen
Aquarienwasser für die Algenzucht zu nehmen ist nicht so ratsam, denn wohl in jedem Aquarium sind Lebewesen, die sich von Algen nur zu gerne ernähren würden.
Besser ist da abgestandenes Leitungswasser.
Aber nie mehr als 10 % ersetzen auf einmal, sonst dauert es oft sehr lange, bis die dunkelgrüne Farbe wieder da ist.
Sinnvoll ist es, sich mehrere Gläser mit Algenwasser anzulegen.
Außerdem ein Glas, welches als Stammlösung dient, aus dem also nicht verfüttert wird.
Da wir ja alle nicht steril arbeiten, werden sich mit Sicherheit irgendwann auch andere Grünalgen in der Zucht einfinden. Deshalb kontrolliere ich in größeren Zeitabständen die Algen in dem Glas unter dem Mikroskop. Sind es unerwünschte Algen (z.B. zu groß), so werden sie verfüttert, und ein neuer Ansatz gemacht mit den Algen aus der Stammlösung.

Der rote Pfeil zeigt auf ein Glas, in dem sich leider Rädertierchen breit gemacht haben!
Der rote Pfeil zeigt auf ein Glas, in dem sich
leider Rädertierchen breit gemacht haben!
Ganz wichtig
Wer schon mal gleich mehrere Gläser mit Algen verloren hat (zu sehen, wenn die Farbe von hell-grün nach schmutzig-grün wechselt), weil sich Räder- oder Wimperntierchen eingenistet haben, der wird vorsichtig und benutzt getrennte Spritzen für die Rädertierchen- und Algenzucht.
Ist es aber trotz größter Vorsicht geschehen, so mache ich das Glas und auch die Spritze dafür besonders gründlich sauber und lasse alles ganz trocken werden, damit die Eindringlinge auch wirklich abgetötet sind.

Zucht erneuern
Wichtig ist auch, daß die Algen geerntet werden, sonst bricht die Zucht auch schnell zusammen. Wenn sie sich schon massiv an den Wänden oder als Klumpen am Boden abgesetzt haben, dann wird es Zeit, dieses Glas sauber zu machen.
Die Algenbrühe wird durch ein Artemia-Sieb gegossen, das Glas sauber gemacht und dann die Brühe wieder eingefüllt. Etwas Dünger dazu und die Zucht blüht gleich wieder auf. Übrigens, die festen Bestandteile, die sich in dem Artemia-Sieb gesammelt haben, werden von vielen Fischen begeistert gefressen.

Erdabkochung
Wenn man zwar glaubt, die richtige Alge gefunden zu haben, aber mit dem Dünger von Seramis nicht klar kommt, so hilft fast immer eine Erdabkochung.
Unbedingt zu empfehlen!

Wie man dies macht, steht alles in dem sehr guten Buch aus dem Kosmos-Verlag:

"Das Leben im Wassertropfen."

Allerdings darf das Wasser dafür nicht zu weich sein.

Algen verfüttern
Ein Aussieben ist nicht möglich, da die Algen durch ein Sieb mit 10 µm noch durch gehen. Und noch feinmaschigere Siebe sitzen sehr schnell zu, abgesehen davon, auch klares Wasser passiert so ein Sieb nur noch tropfenweise.
Deshalb nehme ich Spritzen mit 50 ccm Inhalt und sauge da die Algensuppe mit auf und spritze sie dann in die Gläser mit den Rädertierchen.


Algensuppe aufwerten
Von Wolfgang Schreck kommt das Rezept, die Algen noch etwas aufzuwerten, bevor sie an Jungfische verfüttert werden. Auf 100 ml Algensuppe gibt er einen gehäuften Teelöffel Aldi-Kaffeeweißer dazu. Dann bleibt diese Suppe 2-3 Stunden stehen, damit der Kaffeeweisser aufquillen kann. Anschließend wird mit einer Pipette (10 ml auf 10 L Aufzuchtbeckenwasser) die Flüssigkeit auf die Aufzuchtbecken verteilt.


Auf diesen Seiten kannst Du auch etwas über die Kultur von Algen lesen:
Jürgen Böhm Jürgen Döring Siegfried Jentzsch


www.tegelhuetter.org
 
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