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Essigälchen (Turbatrix aceti)

Es sind kleine und sehr dünne Fadenwürmer von 0,5 bis 2,5 mm Länge, die wirklich sehr leicht und einfach zu kultivieren sind.


- Kulturflüssigkeit herstellen: -

Standard:
  • 150 ml Wein-Branntwein-Essig ¼ zu ¾ und 5 % Säure.
      Es sollte auf jeden Fall der billigste Essig genommen werden z.B. "Essil". Es hat keinen Sinn etwa Weinessig zu nehmen. Ich hatte damit keinen Erfolg.
  • 350 ml Leitungswasser.
      Dieses sollte nach Möglichkeit nicht zu weich sein. Warum kann ich nicht sagen, aber mit weichem Wasser waren die Ergebnisse bei mir nicht so gut. Auch hat sich bei mir Wasser aus dem Aquarium nicht bewährt.
  • Eine Prise Zucker, aber wirklich nur einige Körnchen.
      (Das was man zwischen zwei Fingerkuppen halten kann.)
Alternativ:
  • 5 %igen Obstessig pur  --ohne Wasserzusatz--
      Die Zucht erfolgt direkt in der gekauften Flasche. Wenn die Flasche 0,7 Liter Inhalt hat, so werden aber nur 0,5 Liter benötigt.
  • Eine Prise Zucker.
  • Ein Stück Apfel von der Größe einer Bohne.



Essigälchen-Ansatz:
Als Ansatz nimmt man ca. 30 ml Flüssigkeit aus einer laufenden Zucht.

Das Glas oder die Flasche sollte dann mit einem Leinenlappen o.ä. abgeschlossen werden, da sich sonst die Obstfliegen darin ertränken.
Ein fester Verschluß ist nicht ratsam, da an die Flüssigkeit Luft kommen muß.

Nach einigen Tagen bildet sich bei der Standard - Kulturflüssigkeit eine Kahmhaut auf der Oberfläche.
Diese ist wichtig aber auch lästig zugleich.
Wichtig, weil sie die Bakterien enthält, wovon sich auch die Essigälchen ernähren und lästig, weil sie manuell entfernt werden muss, d.h. sie darf nicht auf der Oberfläche bleiben.
Mit dem Finger umrühren reicht.
Also das Glas so aufstellen, dass man es in den ersten Tagen nach dem Neuansatz sieht, sonst vergisst man evtl. noch das Umrühren.
Wird dies nicht gemacht, so ersticken die Älchen und sterben ab.
Rein theoretisch könnte man natürlich die Kahmhaut verhindern indem man einige wenige Luftblasen aufsteigen läßt. Praktisch war dies aber keine so gute Idee.
Die Essigälchen mögen offensichtlich keine Karussellfahrten. Sie starben ab statt sich zu vermehren.
Hat die Kahmhaut sich erst am Boden abgesetzt, so nach 4-5 Tagen, ist dieser Ansatz monatelang haltbar und man kann daraus füttern.
Außer einer gelegentlichen Nachschau sind dann keine Wartungsarbeiten notwendig.

Bei der Obstessigmethode bildet sich keine Kahmhaut, aber dafür dauert es auch länger bis die Kultur läuft und man ernten kann.

Der Ansatz sollte bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden und im Halbschatten stehen.

Neuansatz:
Ein Neuansatz ist notwendig, wenn:
  • sich in der Flüssigkeit keine Essigälchen mehr schlängeln. Dies kann man sehr deutlich mit dem bloßen Auge sehen.
  • man den Ansatz zu früh ins Regal gestellt und sich deshalb wieder eine Kahmhaut gebildet hat und dies nicht bemerkt wurde, so dass es so aussieht, als wenn alle Älchen abgestorben sind.
    Nun aber auf keinen Fall kopflos werden und den ganzen Ansatz wegwerfen.
    Irgendwo ist mit Sicherheit noch ein "Pärchen" was sich vermehrt. Ein neuer Ansatz lohnt fast immer.
  • sich in sehr alten Zuchten eine sogenannte Quarkschicht auf der Oberfläche gebildet hat. Dann ist sofort ein neuer Ansatz zu machen, weil sich dadurch auch die Wasserparameter verändern.
    In diesem Fall kann dann wirklich kein lebendes Älchen mehr vorhanden sein.



Wert als Futter:
Über den streiten sich die Züchter. Manche Jungfische können die Würmer als Futter nicht erschließen, weil die Haut der Essigälchen sehr hart ist. Dann wird das Älchen unverdaut wieder ausgeschieden.
Hier hilft nur ausprobiere.

Es kann z.B. eine Salinenkrebsfütterung am Tag ersetzen, denn die Älchen sind so dünn, dass sie schon gefressen werden, wenn die Salinenkrebse von den Jungfischen noch nicht bewältigt werden können.



Essigälchen verfüttern:
Wie entnimmt man nun die Essigälchen?
Manchmal hat man Glück und die Älchen klettern freiwillig am Glas hoch. Dann reicht ein Pinsel um sie abzustreifen und gleich vom Pinsel aus zu verfüttern.
Tun sie es nicht, so müssen sie ausgesiebt werden. Etwas Vorsicht muss man dabei aber walten lassen denn von dem Essigwasser sollte nicht zu viel ins Jungfischbecken gelangen. Zu schnell kann der ph-Wert sinken bei weichem Wasser.

Sind die Jungfische aber nicht so empfindlich und das Wasser hat mindestens 4° KH, so kann man die Essigälchen auch direkt ins Jungfischbecken geben. Wichtig ist nur, diese Methode erst mal ohne Fische zu probiern und ständig den pH-Wert zu messen.




- Filter-Methoden: -

1.Aschefreie Rundfilter:
Allgemein haben sie einen Durchmesser von 9 cm.

Hersteller-Firmen sind.u.a.:
  1. Firma: Macherey-Nagel
  2. Firma: Carl Schleicher & Schüll.
Zu beziehen sind sie über den Laborhandel oder aus der Apotheke.

Normale Kaffeefilter haben sich nicht bewährt, denn die Löcher sind allgemein zu groß und zu viele Älchen entweichen daraus wieder in die Flüssigkeit.

Aus diesem Rundfilter wird dann ein Trichter gefaltet.


Der gefaltete Filter kann mit einer rostfreien Büroklammer in Form gehalten werden.
Als Halterung für den Filter dient ein hohes Glas, in das er genau hinein passt.


  • In diesen Trichter gibt man mittels einer Pipette oder Spritze die Flüssigkeit mit den Essigälchen.

  • Der Filter ist so fein, dass die meisten Essigälchen zurückgehalten werden.

  • Nun wird eine Spritze mit sauberem Wasser gefüllt, das Wasser in den Trichter gespritzt und gleich wieder aufgezogen.

  • So hat man sehr saubere Essigälchen ohne Essig, die man nur noch in die Aquarien verteilen muss.

2.Siebe kaufen:
Es gibt allerdings auch fertige Siebe, mit denen man die Essigälchen aus der Flüssigkeit aussieben kann.
Bei 20 µm verfangen sich die meisten Essigälchen.

Hersteller ist u.a. die Firma US electronic.

3.Siebe selbst herstellen:
Man kann sich auch sehr leicht diese Siebe selber basteln.
Dazu fragt man in einer Siebdruckerei, ob sie Gaze mit 20 µm verarbeiten und es Reste gibt, die man billig erstehen kann.
Solch ein Gewebe kann leicht in den Rahmen eines nicht mehr funktionsfähigen Artemiasiebes eingeklebt werden.
Allerdings sitzen solche Siebe auch sehr schnell zu. Wie man sie reinigt, kannst du hier nachlesen.

4.Quickfilter:
I
n Apotheken gibt es sogenannte Quickfilter zu kaufen, die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe.
Zweckmäßigerweise sollte man solche mit einer Porengröße von 20 µm versuchen.

Falls du damit Erfahrungen hast, würde ich mich freuen, wenn du mir darüber berichten würdest.

5.Quickfilter selbst herstellen:
A
uch solche Filter kannst du dir leicht selber basteln.

Benötigt wird dazu:
  • Eine Spritze mit einem Volumen von 10 bis 100 ml Inhalt, je nachdem wieviel Älchen benötigt werden.
  • Ein Schlauchstück von ca. 5 - 10 cm Länge, welches auf die Spritze aufgeschoben werden kann.
  • Etwas Filterwatte.
In das Schlauchstück wird mit einem Schraubendreher o.ä. Werkzeug die Filterwatte gestopft.
Aber wirklich Filterwatte nehmen und nicht etwa Verbandswatte aus Baumwolle.
Damit funktioniert es nämlich nicht.

Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlauch entstehen. Sonst kann es passieren, dass die Watte wieder aus dem Schlauchstück herausgedrückt wird.
Man muss nämlich schon etwas Druck anwenden, wenn die Flüssigkeit mit den Älchen durch die Watte gedrückt werden soll.

Die Spritze hat 100 ml Inhalt.
Der Durchmesser des Schlauches:
außen 12 mm und innen 9 mm.
Die Länge des Schlauchstückes beträgt 10 cm.
Der helle Fleck in dem Schlauchstück ist die hineingestopfe Filterwatte.

Wie handhabt man nun diesen Filter?:
  • Mit der Spritze zieht man die Kulturflüssigkeit mit den Essigälchen auf.
  • Dann setzt man den Filter auf die Spritze und drückt die Flüssigkeit durch den Filter wieder in die Kulturflüssigkeit zurück.
  • In der Watte haben sich nun viele Essigälchen gefangen.
  • Nun zieht man sauberes Wasser in die Spritze ein.
  • Ein großer Teil der Essigälchen, die im Filter waren, befinden sich jetzt in der Spritze und zwar in sauberem Wasser.
  • Dieses kann man jetzt problemlos auf die jeweiligen Aquarien verteilen.
Das Aufziehen von Wasser durch den Widerstand der Watte ist allerdings mit einer gehörigen Kraftanstrengung verbunden.
Deshalb ziehe ich es vor sauberes Wasser mit der Spritze aufzuziehen und drücke es dann durch den Filter wieder in ein Gefäß.
Aber vorher muss man das Schlauchstück umdrehen, d.h. die entgegengesetzte Seite auf die Spritze aufsetzen.
Aus dem Gefäß heraus können die Älchen dann verfüttert werden.

Wie du es handhaben möchtest musst du selbst herausfinden. Mit beiden Methoden kommt man zum Ziel.

Wer recht große Mengen an Essigälchen braucht, kann diesen Vorgang mehrmals wiederholen, da nach der ersten Spülung immer noch viele Essigälchen in der Watte hängen geblieben sind.

Wie Du feststellen wirst, eine sehr einfache und ertragreiche Filtermethode.


Auf diesen Seiten kannst Du auch etwas über die Zucht von Essigälchen lesen.:
Andreas Kremser Jürgen Böhm Christian Westhäuser


www.tegelhuetter.org
 
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