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Wasserasseln (Asellus aquaticus)

Wasserassel (Asellus aquaticus) Bitte das Copyright beachten: Schmaus Günther
Wasserassel (Asellus aquaticus)
Bitte das Copyright beachten:
Günther Schmaus
Andrea Widmann

hat Wasserasseln als Futter für Fische ins Gespräch gebracht.

Ich versuche einmal hier die Quintessenz aus der Mailingliste "Lebendfutter" wieder zu geben.

Wasserasseln kommen in unseren heimischen Gewässern in drei Arten vor.
Die Art: Asellus aquaticus stellt keine großen Ansprüche an die Beschaffenheit seines Wohngewässers. Es darf nur keine zu heftige Strömung aufweisen und es müssen verwesende Stoffe im Wasser enthalten sein, die den Tieren als Nahrung dienen.
Man sieht die Tiere oft am Boden kriechen oder langsam eine Wasserpflanze hinaufklettern. Sie können aber auch ganz behend schwimmen.

Bei der Paarung setzt sich das bedeutend größere Männchen etwa acht Tage auf dem Rücken des Weibchens fest. Zur eigentlichen Begattung legen sich die beiden Partner mit den Bauchseiten aneinander.
Während des ganzen Jahres sind trächtige Weibchen anzutreffen.
Ihre vier vorderen Brustbeine haben breite, bogenförmige Lamellen, die sich gegenseitig teilweise überdecken und so unter dem Bauch des Tieres einen abgeschlossenen Raum schaffen. In diesem Brutsack werden die Eier abgelegt, und die Jungen, die beim Schlüpfen aus dem Ei nur drei Gliedmaßenpaare aufweisen, so lange mitgeführt, bis sie außer der geringeren Körpergröße den erwachsenen Tieren gleichen.
Hierzu werden je nach Höhe der Wassertemperatur 3 bis 6 Wochen benötigt. Gewöhnlich bringt ein Weibchen nach einer Paarung etwa 50 Eier zur Entwicklung. Es kann während seines Lebens wiederholt trächtig werden.
Zucht:
Um eine erfolgreiche Zucht in Gang zu bekommen, braucht man mindestens 20 oder mehr Tiere, sonst dauert es sehr lange, bis man von dem Ansatz füttern kann.

Auch hier gilt: Nicht kleckern -- klotzen!

Zur Zucht kommen die Asseln in ein Gefäß mit mind. 5 Liter Inhalt. Bevorzugt werden Eimer mit 10 Liter Inhalt verwendet. Da sich die Asseln gerne einbuddeln und sich verstecken, wenn Gefahr droht, dienen als Einrichtung einige Steine, und auf den Boden kommt Schlamm aus einem Aquarium sowie einige Schwimmpflanzen.
Sie sollten kühl und dunkel stehen, denn die Vermehrung ist bei Temperaturen über 10° bis zu ungefähr 20° ganz gut.
Keine Wasserbewegung, das mögen sie nicht. Ein Filter ist auch nicht notwendig.
Wasserassel (Asellus aquaticus) Bitte das Copyright beachten: Jürgen Fischer
Wasserassel (Asellus aquaticus)
Bitte das Copyright beachten:
Jürgen Fischer
Futter:
Kurz gesagt:
Alles Organische, möglichst weich
           (vorgekocht wäre gut)

- von Flockenfutter, über Tiefkühlkost,
- gekochten Karotten, Zucchini, auch gekocht,
- überbrühter Salat/Löwenzahn

Aber auch Futtertabletten für Fische .... u.s.w.

Sie fressen viel und gerne und wenn sie genügend bekommen, vermehren sie sich auch.
Wasserwechsel:
Dieser kann sporadisch erfolgen, aber einmal die Woche auf jeden Fall.
Am besten eignet sich Aquarienwasser, Leitungswasser vertragen sie aber auch!
Sollte der Ansatz wegen einer zu reichlichen Futtergabe zu kippen drohen, muß natürlich sofort ein Wasserwechsel gemacht werden.


Wasserwerte:
Das Wasser sollte sehr weich sein. Ist das Wasser sehr hart, wird es mit Osmosewasser im Verhältnis 1:1 gemischt.


Pflege:
Ab und zu muß der Ansatz verjüngt werden. Dazu wird alles aus dem Eimer geholt, außer den Asseln. Das Wasser wird dann durch ein Haarsieb gegossen, und dann kommen die Asseln wieder in einen neuen Ansatz.
Parallel sollten immer zwei Ansätze laufen, weil der verjüngte Ansatz meistens die Eier dadurch verliert.
Die "Kinder" hängen ja noch an der Mutter, solange sie noch nicht voll entwickelt sind.


Lichtverhältnisse:
Der Keller ist ein guter Aufbewahrungsort. Und dort in Fensternähe.


Zuchttierbeschaffung:
Wer sich den Ansatz selber suchen will, der gehe an einen Teich, in dem reichlich Laub vom Herbst liegt. Einfach einen großen Schwung davon rausholen und zwischen den gammeligen Blättern findet man sie. Die Tiere aber gut wässern und damit hat man seinen selbst gefangenen Ansatz.
Man sollte aber mit diesen Asseln vorsichtig sein.

Wasserasseln können Zwischenwirte von Echinorhynchus proteus und/oder E. nodulosus (parasitische Saugwürmer, die sich im Darm ansiedeln s.g. Kratzer) sein. Allerdings kommt es bei einem Asselzuchtansatz nicht so sehr darauf an, ob er kratzerfrei ist, da die Acanthocephalen nicht von Assel zu Assel übertragen werden, sondern den Fisch (oder je nach Art auch andere Tiere) als Hauptwirt brauchen. Asseln können sich dann nur über den Fischkot neu infizieren. Falls man sich also infizierte Asseln gefangen hat, bleiben nur diese infiziert und die Nachzuchten sind sauber.
Allerdings müßte man natürlich darauf achten, daß die ursprünglichen (infizierten) Asseln nicht mitverfüttert werden.
Die infizierten Asseln kann man gut erkennen. Darin befinden sich deutlich sichtbare (mit bloßem Auge) orangene/gelbliche Larven (länglich oder kugelig).
Solange man die nicht sieht, kann die Assel zwar infiziert sein, aber sie ist für den Fisch nicht infektiös.
In fischfreien Waldtümpeln z.B. sollten eigentlich keine infiziert sein. Außerdem dürften die wenigsten Arten europäischer Kratzer überhaupt in einem "exotischen" Fisch dauerhaft überleben können, da die meisten recht wirtsspezifisch sind oder keine Fische, sondern Vögel oder Säugetiere als Endwirte haben.


Verfütterung:
Verfüttern kann man ausgewachsene Wasserasseln von ca. 1 cm Größe, (das ist aber dann schon richtig groß) z.B. an Killies.
Aber auch Corydoras-Arten nehmen sie gerne. Für Guppy`s ist eine ausgewachsene Assel eine Herausforderung, die nicht gemeistert werden kann.
Aber Fische ab 5 cm aufwärts haben keinerlei Probleme damit, ausgewachsene Asseln zu verzehren. Selbst die kleineren Fische kauen genüßlich auf den sich wehrenden Asseln, und sie fressen sie auch sehr gerne.
Wenn man regelmäßig einfach immer unterschiedliche Größen ins Becken kippt, so ist für jeden Fisch die passende Größe von Asseln dabei.
Selbst wenn sie die Asseln nur verletzen sollten, so gammelt das Insekt nicht einfach sterbend vor sich hin, denn verletzte Bein- und Fühlerglieder stoßen die Wasserasseln häufig ab und regenerieren sie in kürzester Zeit.

Für die Urlauber unter euch:
Zu Testzwecken einfach Massen von Asseln ins Becken geben und warten, bis alle aufgemampft sind. Kann ein paar Tage dauern.
Die Asseln machen's den Fischen auch nicht unbedingt leicht, aber sie sind das ideale Urlaubsfutter für größere Fische.
Im Aquarium überleben sie sehr gut, manchmal vermehren sie sich sogar, denn immer wieder mal kann man Asseln begegnen, wenn der Bodenmulm umgedreht wird.

Praxisbericht:
Für den Biologieunterricht an einer Schule wurden 20 Wasserasseln in ein bepflanztes und mit Kies/Sand eingerichtetes Becken von 15 Liter Inhalt gesetzt.
Wasserassel (Asellus aquaticus) Bitte das Copyright beachten: Widmann Andrea Vergesellschaftet waren sie mit Apfelschnecken (Pomacea bridgesii), die ja ein guter Indikator für die Wasserqualität sind.
Das Wasser wurde gefiltert und hatte somit auch eine leichte Strömung. Ein Wasserwechsel von gut 50% wurde alle zwei Wochen vorgenommen.
Da das Becken auf der Fensterbank stand und teilweise sogar direktes Sonnenlicht bekam, veralgte es sehr stark.
Eine Heizung war nicht installiert, so dass die Temperatur im Becken, besonders im Tag- und Nachtrhythmus, stark schwankte.
Auch gab es keine zusätzliche Beleuchtung und keine Abdeckung für das Becken.
Gefüttert wurde reichlich und zwar mit gekochten Zucchini, die aber wohl eher für die Schnecken gedacht waren und rohen Karotten.

Anscheinend waren dies aber ideale Bedingungen für die Wasserasseln, denn sie vermehrten sich explosionsartig, so dass 100 Schüler je zwei Wasserasseln für Untersuchungszwecke bekommen konnten.

Fazit:
Die Asselzucht ist wirklich pflegeleicht, riecht bei richtiger Handhabung nicht und sie vermehren sich das ganze Jahr über.


Wenn Du noch Fragen hast, so bitte gleich an wenden.


Auf diesen Seiten kannst Du auch etwas über Wasserasseln lesen:
Günther Schmaus Günter H. Stanjek Kai Alexander Quante


www.tegelhuetter.org
 
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