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Grindal Würmer (Enchytraeus buchholzi)

Ein Zuchtsubstrat für Grindal kann z.B. sein:

Schaumstoff
Torf-Sand-Gemisch
Kokosfasern
Seramis

Jetzt ist die Zucht dieser ca. 5-10 mm großen Würmer recht einfach für mich. Aber ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als ich mit der Zucht von Grindals begann.
Was habe ich nicht alles angestellt, um diesen Leckerbissen für viele Fische zu züchten. Kulturen auf Erde, Kaffeesatz oder Torf waren alle nicht erfolgreich. Ich habe mich damit echt schwer getan. Dazu kam noch, daß damals in den Ansätzen, die man sich vom Fachhandel schicken lassen konnte, entschieden mehr Milben und Erzwespen vorhanden waren als Grindal.



Zucht auf Schaumstoff:
Liebend gerne würde ich die Grindal auf Schaumstoff züchten. Aber leider eignen sich dazu längst nicht alle "Würmer", die wir als Grindal ansprechen.
Hat man aber solche Grindal, so züchtet man sie in den sogenannten "Gerda-Schalen" .
Ich benutze die Größe 2. Der Deckel dieser Schale wird auf "umlaufende Lüftung" gelegt.
Es eignen sich natürlich auch alle anderen Kühlschrankdosen. Nötigenfalls muß man halt in den Deckel sehr kleine Löcher bohren oder eine Gaze einkleben.
Die Schalen werden im Fischkeller bei ca. 23° C. aufbewahrt. Sollte es im Sommer zu warm werden, was man daran merkt, daß die Grindal versuchen aus der Schale zu kriechen, dann wird alles auf den Steinfußboden gestellt.

Schaumstoffmatte
Die Schaumstoffmatte ist, bedingt durch die Höhe der Gerda-Schale ca. 4 cm hoch. Aber genau so gut kann man natürlich mehrere dünnere Lagen nehmen. Auf jeden Fall drücke ich sie einmal pro Woche in einer Schale mit lauwarmen Wasser aus, damit der ganze Dreck ausgewaschen wird. Einen Tag vorher sollte man die Grindal allerdings nicht füttern, damit sie sich in den Schaumstoff zurück ziehen und bei dieser Prozedur nicht zu viele Grindal mit ausgedrückt werden.
Außerdem kann man das Dreckwasser durch ein Artemia-Sieb geben und die sich darin befindlichen Grindal problemlos verfüttern. Nach dem Ausdrücken läuft die Zucht noch einmal so gut.

Zusätzlich kratze ich mit einem Messerrücken alle 3-4 Monate über den Schaumstoff, damit der "Schmand", der beim Ausdrücken nicht erfasst wurde, auch noch entfernt wird. Danach kann man aber die erste Woche keine Grindal verfüttern, weil sich die Zucht erst wieder erholen muss.

Schaumstoff ist nicht gleich Schaumstoff !
Mit anderen Worten, nicht jeder Schaumstoff ist geeignet. Mancher ist nicht bakterienfest, d.h. nach kurzer Zeit hat er sich in seine Einzelteile aufgelöst. Die Bakterien haben ihn einfach aufgefressen.

Wenn ich neuen Schaumstoff suche, gehe ich dabei folgendermaßen vor:
In Bettengeschäften gibt es meist Schaumstoffe, die ziemlich feinporig sind, weiß oder gelb aussehen. Wenn man dem Verkäufer sagt, wofür man dies braucht, können sie sich ein Lächeln meist nicht verkneifen, aber ich habe noch nicht erlebt, daß sie nicht hilfsbereit waren.
Ich nehme dann mehrere kleine Reste verschiedener Sorten mit. Wichtig ist dabei, daß man sich aufschreibt, welche Bezeichnungen diese Reste haben.

Zu Hause werden die Schaumstoffe erst einmal gekocht. Wenn sie danach stinken, sind sie für unsere Zwecke nicht geeignet.
Ist dies nicht der Fall, dann werden sie mit Grindal bestückt und es wird wenig gefüttert.
Kriechen die Würmer nicht in den Schaumstoff hinein, sondern bleiben an der Oberfläche, so taugt der Schaumstoff für unsere Zwecke auch nicht.
Nehmen sie den Schaumstoff an, so vermehren sie sich gut und man kann schon mehr und öfter füttern.

Aber auf keinen Fall vergessen, den Schaumstoff wöchentlich auszudrücken.

Es kommt jetzt darauf an, daß der Schaumstoff "grindalgerecht" wird.
Dieser Prozess kann durchaus 3-4 Wochen dauern.

Habe ich aber erst einmal den richtigen Schaumstoff gefunden, dann kaufe ich von diesem eine ganze Matte und lasse ihn mir auch gleich zuschneiden.
Dann hat man erst einmal einen Vorrat, denn so eine Schaumstoffmatte wird nach ca. 2 - 3 Jahren so hart, dass sie sich nicht mehr drücken lässt. Dann muss halt eine neue her.
Dabei ist es aber wichtig diese auch vor Gebrauch auszukochen. Sie wird dadurch viel eher "grindalgerecht".

Bis dahin ist es aber recht einfach und wenig zeitaufwendig,
jede Menge Grindal zu züchten.



Zucht auf Torf-Sand-Gemisch:
Früher wurden die Grindal durchweg auf einem Torf-Sand-Gemisch gezüchtet.
Sollte jemand mit dieser Methode gute Erfolge erzielen, bitte nicht versuchen, diese auf Schaumstoff zu züchten, denn dies kann gut gehen, muß es aber nicht. Anscheinend ist Grindal nicht gleich Grindal, d.h. wir sprechen verschiedene Wurmarten als Grindal an. Womit soll man es sonst erklären, dass ich schon mal lange nach Grindal gesucht habe, die auf Schaumstoff gedeihen, nachdem mir einmal die Grindals auf Schaumstoff eingegangen waren



Zucht auf Kokosfasern:
Statt des Torf-Sand-Gemisches kann man heute auch sehr gut Kokosfasern nehmen.
Dabei handelt es sich um die zu Briketts abgepackten und gepreßten Fasern der Kokosnuß. Zu bekommen sind sie in jedem Gartencenter. Da diese schon steril abgepackt sind, brauchen sie nur mit Wasser aufgeschwemmt zu werden.

Aber Achtung:
Das Volumen nimmt gewaltig zu, wenn sie mit Wasser getränkt werden.


Der Zuchtansatz wird auf das Substrat gelegt, das Futter aufgestreut, angefeuchtet und eine Deckscheibe aufgelegt.
Allerdings muß man hier genau aufpassen und frühzeitig genug einen neuen Ansatz machen, genau so wie bei der Torf-Sand-Gemisch Methode, damit die Zucht nicht über Nacht zusammenbricht.



Zucht auf Seramis:
Der Zuchtbehälter ist gleich. Nur gibt man in die Schalen ca. 3-4 cm hoch dieses Substrat. Vorher muß es allerdings sehr gut gewaschen werden. Aber auch danach färbt es die Grindal rot. Nur es scheint weder den Grindal noch den Fischen etwas aus zu machen.
Das Futter wird auf das Substrat gestreut und mit einer Glasscheibe abgedeckt. Dies schon deshalb, damit man die Grindal besser entnehmen kann, denn sie haben die Angewohnheit, sich unter der Glasscheibe zu sammeln.

Der große Nachteil ist, dass man nie so genau weiß, wann das Seramis ausgewaschen werden muss. Aber auf jeden Fall dann, wenn es sich schwarz verfärbt hat. Zu sehen ist dies leicht wenn man von unten durch den durchsichtigen Boden schaut und da schwarze Stellen ausmacht. Verpasst man diesen Zeitpunkt, so geht die Zucht über Nacht zugrunde.

Wenn es so aussieht, ist es schon zu spät.

Die abgestorbenen Grindal sind glasig-durchsichtig, was man hier deutlich sehen kann.


Umgehen kann man dies, indem man zunächst nur in einer Ecke des Behälters füttert, dann langsam mit dem Futter in die andere Ecke zieht.
Haben sich in dieser anderen Ecke genügend Grindal gesammelt, wird das Seramis aus der gegenüberliegenden Ecke entnommen, ausgewaschen und wieder eingefügt. Vorteilhaft ist es kochendes Wasser zu nehmen, damit auch alle Futterreste vom Seramis entfernt werden. Oder man macht gleich einen neuen Ansatz mit neuem Seramis.
Sodann geht das Spiel mit dem Wandern des Futters wieder von vorne los.

Mit welcher Methode Grindal gezüchtet werden ist sicher zweitrangig; auf den Erfolg kommt es an.



Fütterung der Grindal:
Gefüttert werden die Grindal bei mir ausschließlich nur mit

"Holle-Bio-Babybrei-Haferflocken".

Diese Marke ist natürlich nicht unbedingt notwendig, aber auf Haferflockenbasis sollte es schon sein. Versuche mit Flocken auf Reisbasis schlugen fehl.

Die Flocken werden nur da hin gestreut, wo sich auch die Grindal aufhalten.
Angefeuchtet muss es zwar werden, aber mit Wasser sehr vorsichtig umgehen. Es reicht, wenn man die Glasscheibe mit fließendem Wasser säubert und dann auf das Futter legt. Wasser mit einer Blumenspritze aufgesprüht ist schnell zu viel Flüssigkeit. Dadurch wird ein Teil des Futters in tiefere Schichten des Seramis transportiert, dort aber von den Würmern nicht gefressen und es vergammet wodurch Erzwespen und Milben angelockt werden.

Flockenfutter für Fische eignen sich auch sehr gut. Aber dies scheint ein besonderer Festtag für die Grindals zu sein und schnell wird die Eigenwärme so groß, daß sie glasig werden, und dann ist die Zucht nicht mehr zu retten.
Dies heißt, daß man auch den Schaumstoff mit entsorgen muß. Mir ist es noch nie gelungen, einen Schaumstoff weiter zur Grindalzucht zu verwenden, wenn darin aus irgendeinem Grunde die Grindal einmal abgestorben sind. Auch ein Auskochen des Schaumstoffes hilft da nicht.

Ich habe daraus gelernt, sparsam zu füttern.
Nie mehr füttern, als in zwei Tagen von den Grindal gefressen werden kann.

Eine Glasscheibe lege ich auf den Schaumstoff nicht, da ich die Grindal direkt von der Schaumstoffoberfläche mittels eines Messerrückens abkratze und an die Fische verfüttere.

Hat man aber Jungfische, die sehr empfindlich auf Bakterien reagieren, so kann man die Grindal auch in ein Artemia-Sieb geben, durchspülen und erst dann verfüttern.

Zu beachten ist allerdings, daß die Grindal doch sehr fetthaltig sind.
Ich füttere deshalb damit nur Jungfische, die sehr schnell wachsen sollen. Für ausgewachsene Fische sind sie nach meiner Meinung nur mit großen Einschränkungen geeignet.



Grindal - Killer:

1. Milben
unter dem Mikroskop betrachtet sehen furchterregend aus. Zumal wenn sie unvorhergesehen ins Bild kommen. Da kann man schon glauben, daß sie unter den Grindal stark aufräumen, wenn sie einmal die Oberhand gewinnen.

Als Gegenmaßnahme wurde gesagt, daß man die Grindalzucht in eine Schale mit Öl stellen sollte. Aber irgendwie waren doch immer wieder Milben drin. Ob da wohl "ein Zuchtpaar" von der Decke gefallen war?
Oder es wurde auch gesagt, man sollte den Rand der Grindaldose mit Vaseline einreiben. Von Dauer war dies auch nicht, denn spätestens wenn durch das Hantieren irgendwo am Rand keine Vaseline mehr vorhanden war, waren auch die Milben wieder da.

Kellerasseln fressen zwar die Milben, aber sie halten sich in den Grindalzuchten auf Schaumstoff sehr schlecht. Sie wandern einfach ab.

Schließlich habe ich dann eingesehen, daß ich gegen die Milben nicht ankomme.
Also, man muß mit den Milben leben. Und die Grindal können dies auch, soweit die Milben nicht überhand nehmen.
Wenn also eine Grindalzucht gut läuft, sind zwar immer noch Milben da, aber die werden einfach mit verfüttert.
Um die Milbenplage nicht ausufern zu lassen, säubere ich den Deckel des Grindalgefäßes mindestens einmal pro Woche.

Außerdem rate ich dem Anfänger, nur so viel zu füttern, wie die Grindal innerhalb von 12 Stunden fressen können.
Durch diese Maßnahmen hat man schon viel getan, damit die Milben nicht überhand nehmen.

2. Erzwespen
sind da schon wesentlich gefährlicher. Dies sind sehr kleine schwarze "Fliegen".
Dagegen ist wirklich kein Kraut gewachsen.

Angeblich sollen gekochte Zwiebeln helfen, die man zu den Grindal legt. Aber bei mir hat es nicht geholfen.
Einen Vorteil haben die Erzwespen allerdings. Sie sind keine guten Flieger, d. h., sie warten so lange, bis man sie abtötet. Und dies sollte man tun, so wie man welche sieht.

Auf der anderen Seite hat man schon viel getan, wenn man die Zuchten sehr sauber hält, denn offensichtlich werden diese "Fliegen" vom Geruch angelockt, der entsteht, wenn das Futter in Gärung über geht.
Wenn es so weit gekommen ist, daß man sehr große "Grindal" mit einem schwarzen Punkt an einem Körperende sieht, dann hat man die Erzwespe gezüchtet, statt Grindal.

Die Fische fressen sie zwar auch gerne, aber mit der Grindalzucht dürfte es in diesem Ansatz vorbei sein.

Hier hilft nur noch eine Radikalkur; alles vernichten.

Oder evtl. doch nicht?

Dieter Ott hat mir einmal erzählt, dass er Baumleim auf Butterbrotpapier streicht und dieses dann am Deckel des Gefäßes befestigt, in dem sich die Grindal-Zucht befindet.


Auf diesen Seiten kannst Du auch etwas über die Zucht von Grindal lesen.:
Anton Gabriel Jürgen Böhm


www.tegelhuetter.org
 
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