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Kellerasseln (Porcellio scaber)

Wer sich wenig Arbeit machen aber trotzdem ab und an einmal einen kräftigen Bissen Lebendfutter seinen Fischen bieten will, der sollte es einmal mit Kellerasseln versuchen.

Ob man nun wirklich Kellerasseln oder Mauerasseln erwischt, ist nicht so von Bedeutung; als Futter eignen sich beide gut. Da die Kellerasseln vermehrungsfreudiger und schnellwüchsiger sein sollen als die Mauerasseln, wird sich das Problem (wenn es denn eines sein sollte) von allein lösen, da die Kellerasseln die Mauerasseln wohl verdrängen werden.

Ich habe mir noch nicht die Mühe gemacht, zu kontrollieren, ob es denn Keller- oder Mauerasseln sind, die ich vermehre. Nach der Literatur sollen sie ziemlich gleich aussehen. Auf keinen Fall sind die braunen Asseln, die manchmal im Ansatz vorkommen, dann die Mauerasseln. Vielleicht sind es Mutationen, denn normal sind die beiden Asselarten schiefergrau.



Wert als Futter:
Allerdings ist ihr bis zu 1,5 cm langer und ca. 0,5 cm breiter Körper ziemlich hart, der nur von entsprechend großen Fischen geknackt werden kann.

Bei den Lebendgebärenden Zahnkarpfen sind es vor allen Dingen die Vertreter der größer werdenden Halbschnäbler und dann natürlich die Anableps anableps (Vieraugenfische), die sich mit großer Begeisterung über die Kellerasseln hermachen.



Zucht:
Die Zucht ist völlig problemlos und entweichen können sie auch nicht, da sie an glatten Wänden wirklich nicht hoch klettern können.
Einen Zuchtansatz kann man sich leicht selbst suchen, indem man größere flache Steine, oder noch besser Steinplatten hochhebt. Allerdings muss man dann schnell sein, denn die Asseln laufen sofort ins nächste Versteck.

Vermehrt werden sie wieder in den schon bekannten "Gerda-Schalen". Ich bevorzuge hierfür die Größe 4. Der Deckel muss auf jeden Fall auf "umlaufende Lüftung" gestellt sein. Dies ist wichtig, denn die Asseln benötigen sehr viel Luft. Sie gehen ein, wenn man nicht für ausreichend Frischluft sorgt.

Seramis als Bodengrund mochten die Asseln nicht so sehr.
Auf Kokosfasern wird es vermutlich gehen, aber ich habe es noch nicht probiert.
Ich nehme als Bodengrund einfache Blumenerde. Diese wird so trocken wie sie ist in den Behälter gegeben und auch nicht angefeuchtet.

Dann besorge ich mir morsches Holz, wie man es leicht im Wald finden kann.
Manche Baumstümpfe brechen schon auseinander, wenn man sie nur berührt.
Und dieses Holz ist genau richtig. Davon lege ich nur ein kleines Stück in die Schale.

Achten muss man darauf, dass dieses Holz immer triefnass ist, nicht aber die Blumenerde.
Auch wenn in der Literatur steht, dass die Asseln eine 100%ige Luftfeuchtigkeit benötigen, so habe ich mit der oben beschriebenen Methode die besten Erfolge. Wenn man nämlich die Blumenerde nass macht, versumpft diese schnell, und dies mögen die Asseln nicht.
Man kann auch beobachten, dass sie sich an dem nassen Holzstück nur wenig aufhalten. Meist sitzen sie in der trockenen Blumenerde.

Nach einem Jahr ist die Blumenerde verbraucht, und ich tausche sie aus. Sollte sie vorher schon zu nass geworden sein, ist ein neuer Ansatz ratsam. Spätestens aber dann, wenn die ersten Asseln sterben.

Die Asseln stehen im Fischkeller bei ca. 23° Grad. Wenn es im Sommer wärmer wird, kommen sie auf den Fußboden, denn viel wärmer darf es nicht werden.
Wer solch niedrige Temperaturen nicht einhalten kann, der muss auf tropische Asseln zurückgreifen.

Die Vermehrung erfolgt bei mir über das ganze Jahr.
Aber sie benötigen dazu etwas Licht.

Auch wenn sie nachtaktiv sind und sich bei Licht schnell verkriechen, so gelang mir die Zucht bei völliger Dunkelheit nicht.
Nebenbei: Die Asseln gewöhnen sich sehr schnell an ein schwaches Licht. Sie sind dann auch tagsüber aktiv.

Allerdings halten sie sich auch gerne in der Erde auf. Aber nun nicht ungeduldig werden und in der Erde nach Asseln suchen. Solche Störungen, besonders während der Häutung, quittieren sie gewöhnlich mit einem Nachlassen der Vermehrung.

Bei einem neuen Ansatz muss man erst einmal mindestens 2 Monate warten, bis die ersten Asseln verfüttert werden können. Bis dahin sind sicher genug kleine Asseln herangewachsen.
Auf keinen Fall sollten die großen Asseln verfüttert werden, weil große Weibchen entschieden mehr Eier legen als Jungweibchen.



Futter für Kellerasseln:
Gefüttert werden sie mit Fischfutter, gleich ob es Futtertabletten oder Flockenfutter ist. Aber auch dieses Futter wird nicht angefeuchtet.

Und um die Kalkversorgung zu gewährleisten, gebe ich noch Vitakalk.
(Vitakalk ist eine Marke und in der Mühle oder im Gartencenter mit Tiershop zu bekommen).

Wenn ich einmal eine "Volkszählung" bei den Asseln abhalten will, dann lege ich in die Gerda-Schale ein kleines Stück einer aufgetauten Bananenschale, die als Abfall bei der Zucht von Fliegen anfällt.
Dies muss ein ganz besonderer Leckerbissen für sie sein, denn sofort kommen aus allen Verstecken die Asseln und belagern die Bananenschale.
Allerdings darf das Stück wirklich nur sehr klein und in 2 Tagen aufgefressen sein, sonst versumpft die Blumenerde sehr schnell.

Eben so begeistert reagieren sie auf Rosenpaprika als Pulver. Davon biete ich ab und an auch etwas an.



Kellerasseln verfüttern:
Die Asseln heraus zu fangen zum Verfüttern bedarf etwas Übung, da sie sehr schnell laufen können.

Ich nehme dazu eine Pinzette. Dabei braucht man nicht zimperlich zu sein. Die Asseln sind so hartschalig, dass man sie nicht so leicht zerdrücken kann.

Wenn eine Assel nicht sofort gefressen wird, kann sie lange Zeit im Wasser leben, und sie bewegt sich auch aktiv.
Zuerst war ich verwundert, dass sie nicht ertrinken. Aber inzwischen habe ich gelesen, dass es Kiemenatmer sind, die sozusagen ein Kleinstgewässer zwischen Kiemen und Kiemendeckel haben.

Wenn du also mit dieser wirklich problemlosen Zucht beginnen willst, dann besorge dir doch erst einmal einige Asseln und verfüttere sie probeweise.

Du wirst dich wundern, welche Fische alle ganz wild nach Kellerasseln sind.


www.tegelhuetter.org
 
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