|Futteralgen| |Fruchtfliege, klein| |Grindal| |Kellerasseln| |Wasserasseln| |Springschwänze|
  |Mikrowürmer| |Essigälchen |Fliegenmaden| |Fleischmaden|
Springschwänze (Folsomia candida)

Springschwänze sind sehr kleine Urinsekten, die eine weltweite Verbreitung haben. In manchen Büchern wird ihre Artenzahl mit 2.000 in anderen mit weit über 3.500 Arten angegeben.
Wie dem auch sei, ich spreche hier von einer Collembolen-Art, die die Terrarianer mit "weiße Springschwänze" bezeichnen.

Es ist ein sehr kleines Futter und für alle Fische geeignet, die sich ihr Futter auch von der Oberfläche holen können.
Die Jungtiere sind ca. 0,2 mm groß und mit dem bloßen Auge gerade noch zu sehen. Wenn sie erwachsen sind, können sie ca. 2 - 3 mm groß werden.

Und der besondere Vorteil, sie schwimmen auf der Wasseroberfläche und gehen nicht unter.

Wie ihr Name schon sagt, sie können einige Zentimeter weit springen, aber nicht mehr, wenn sie sich auf der Wasseroberfläche befinden.
Ganz im Gegensatz zu den braunen Springschwänzen, die man sich manchmal mit dem Teichfutter "einhandelt", die sehr wohl auf dem Wasser springen können und die kein Fisch frißt, jedenfalls bei mir.



Zucht:
Gezüchtet werden sie wieder in den schon bekannten "Gerda-Schalen". Und zwar nehme ich die Größe 2. Aber die Schalen der Größe 3 oder 4 eignen sich natürlich auch sehr gut.
Auf jeden Fall aber muss der Deckel der Schalen unbedingt auf "Dichten Verschluß" gelegt werden. Die Springschwänze brauchen nämlich gespannte Luft.

Zucht auf Baumfarnplatten:
Als Substrat eignen sich sehr gut die sogenannten Baumfarnplatten.
Diese benutzen die Terrarianer oft als Dekoration. Allerdings sind sie manchmal nicht leicht zu bekommen und außerdem sehr teuer.
Der Vorteil ist natürlich, daß sie sich immer wieder abwaschen lassen.

Die Baumfarnplatten sollten zweckmäßigerweise auf Stelzen stehen.
Bei diesen Stelzen handelt es sich um Tonröhrchen, wie sie als Filtermaterial angeboten werden. Mittels Silikon wurden sie auf den Boden der Schale geklebt.

Das Wasser darf ruhig 1/2 bis 1 cm in der Schale stehen. Aber zwischen Unterkante der Baumfarnplatte und der Wasseroberfläche sollte noch mindestens 1 - 2 cm Platz sein.
Auf dem Wasser schwimmen dann nämlich viele Springschwänze. Dieses Wasser gießt man einfach über ein Sieb ab. So hat man nur reine Springschwänze im Sieb und kann damit die Fische füttern oder einen neuen Ansatz machen.

Zucht auf Torfplatten:
In vielen Zoogeschäften bekommt man aber auch Torfplatten. Die sind auch sehr gut zu gebrauchen, sind auch wesentlich billiger, aber leider können sie nicht abgewaschen werden.
Nach zwei bis drei Monaten, je nachdem wie stark man füttert, müssen sie ausgetauscht werden.

Zucht auf Gips:
In früheren Jahren wurde als Substrat oft Gips genommen. Ich selbst habe damit allerdings keine Erfahrungen.

Zucht auf Kokosfasern:
Kokosfasern als Substrat habe ich auch schon ausprobiert. Allerdings war ich mit dem Ertrag nicht zufrieden. Evtl. liegt es daran, dass die Kokosfasern nicht sauer reagieren.

Zucht auf Düngetorf:
Deshalb nehme ich schon seit Jahren nur noch den einfachen

Ballentorf - sogenannten- Düngetorf.

Dieser Torf ist natürlich nicht gedüngt. Allerdings ist nicht jeder Torf geeignet. Da muss man erst suchen und testen. Der Torf sollte nämlich sauer reagieren.

Wer nun glaubt, Torf reagiere immer sauer, den muss ich enttäuschen.

Willst Du wissen, wie man "Torf" testet?

Hat man nun den richtigen Torf gefunden, so muss er, bevor er in die Schalen kommt, gewässert werden.
Ist er richtig voll Wasser gesogen, wird er ausgedrückt und ca. 2 cm hoch in die Schalen gegeben.Darauf kommt dann der Ansatz von Springschwänzen.

Auf den Torf wird eine Glasscheibe gelegt, die aber höchstens 1/3 der Oberfläche bedecken darf, damit noch genug Luft an den Torf kommt.

Wichtig ist auch, dass der Torf immer feucht gehalten wird, damit die Luftfeuchtigkeit bei 100 % liegt. Es darf aber kein Wasser in der Schale stehen.
Zu nass darf der Torf nämlich nicht sein, weil sich sonst leicht Milben einfinden. Zugegeben, die richtige Feuchtigkeit herzustellen ist gar nicht so einfach, denn zu trocken darf es auch nicht sein, weil sonst keine Vermehrung stattfindet.
Als Anhalt vielleicht: Wenn der Torf *glänzt* ist er noch nass genug und das Futter wird nicht angefeuchtet.



Futter für Springschwänze:
Ich füttere die Springschwänze nur mit Flockenfutter für Fische.
Das Flockenfutter wird mittels einiger weniger Tropfen Wasser befeuchtet.
Und darauf lege ich die Deckscheibe.

In der Literatur kann man aber lesen, dass sie auch mit
  • dünnen Scheiben von Kartoffeln
  • Gurken
  • Zucchinis
  • Kürbissen
  • Möhren
  • Äpfel
  • Hefeflocken
  • Bierhefe
  • Backhefe
  • Sojaflocken
  • Weizenkeime
  • Roggenmehl
gefüttert werden können.

Gute Erfolge hat Manfred Velt mit der Verfütterung von *Milupas Babys Haferflocken* wie er mir per E-Mail mitteilte.

Nun, probiere es einfach einmal aus.



Verfütterung von Springschwänzen:
Will ich sie verfüttern, so halte ich die Deckscheibe einfach über das Aquarium und klopfe oder puste sie ins Becken.
Diese muss ab und an einmal gesäubert werden, weil sonst die Springschwänze nicht mehr darunter sitzen wollen.

Auf jeden Fall muss man aber so lange mit dem Verfüttern warten, bis deutlich die jungen Springschwänze zu sehen sind.
Deshalb ist es vom Vorteil, die Zuchten zeitversetzt zu betreiben, dann hat man immer fertige Zuchten und welche, die sich noch entwickeln müssen.



Schädlinge in der Springschwanzzucht:
Ich füttere nie mehr, als in 2 - 3 Tagen gefressen werden kann. Sonst bildet sich sehr schnell ein Blauschimmel, der für die Zucht sehr zum Nachteil ist.
Dieser muss sofort sehr großzügig entfernt werden, sonst bricht die Zucht in kurzer Zeit zusammen.
Wenn der Ansatz schon 3 Monate alt sein sollte, lieber gleich alles wegtun und neu beginnen, weil sonst der Blauschimmel immer wieder kommt.


Ein Milbenbefall ist höchstens am Beginn der Zucht zu befürchten, wenn zu großzügig gefüttert wurde.Wenn die Zucht erst läuft, sind zwar immer wieder einmal Milben zu sehen, aber in geringer Zahl.

Wirklich gefährlich werden wieder nur die Erzwespen, diese kleinen schwarzen Fliegen, die den Ansatz innerhalb kürzester Zeit ohne Vorankündigung zusammenbrechen lassen.
Aber oft liegt es daran, dass der Ansatz schon zu alt ist, oder bei den Baumfarnplatten daran, dass sie nicht abgespült wurden, denn die Erzwespen werden offensichtlich durch den Geruch angelockt.




Generell zu beachten:
Da Springschwänze lichtscheu sind, dürfen sie nicht in der prallen Sonne stehen, aber auch nicht in völliger Dunkelheit.

Die Temperatur sollte schon 23 - 24° Grad betragen. Steigt sie über 28° Grad an, so stelle ich die Schalen auf den Fußboden.

Anfangs bitte wenig füttern und sehr langsam die Futtermenge steigern. Dann kann man nach 3-4 Wochen eine reiche Ernte einfahren.

Nach 3 - 4 Monaten sollte man die Torfansätze erneuern, auch wenn es im Augenblick noch sehr gut aussieht. Es dauert dann erfahrungsgemäß nicht mehr lange, und die Ansätze brechen schlagartig zusammen, d.h. das Futter wird nicht mehr gefressen, sondern verschimmelt und die Erzwespen sind in großen Scharen da.

Die Springschwanzzucht ist sehr "urlaubsfreundlich". Sie können 3 - 4 Wochen ohne Futter gut überstehen; allerdings nicht ohne Feuchtigkeit.


Auf diesen Seiten kannst Du auch etwas über die Zucht von Springschwänzen lesen.:
Thomas Schäffer Elly Stute Franz Scherleitner


www.tegelhuetter.org
 
nach oben   Nach Oben