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Mikrowürmer (Panagrellus redivisvus)

Es sind kleine, nur 0,5 bis 2,5 mm große Fadenwürmer.
Sie leben in gärenden Substanzen von Bakterien und vermehren sich außerordentlich schnell bei Temperaturen von 18 - 26° Grad. Es sind keine Zwitter, sondern es gibt davon Männchen und Weibchen.

Auf keinen Fall sollte die Kultur in der Sonne stehen. Steigt die Temperatur nämlich höher, verfallen sie in eine Art Starre. Sie sterben zwar nicht gleich, aber die Vermehrung wird unterbrochen.

- Zuchtmethoden -

Ansatz mit Milch:
Haferflocken, Alete 6 Korn-Flocken oder Milupa 7 Korn-Kinderbrei werden mit roher Milch sehr dicksämig angerührt zu einem steifen Brei.
Da eingerührt wird noch etwas Backhefe oder Trockenhefe. Sodann wird mit Mikrowürmern angeimpft.

Ansatz mit Obstessig:
Statt Milch wird hier nur Obstessig genommen.
Mein Rezept:
20 Gramm Köllnflocken, 2 g Trockenhefe (Bierhefe), 1 g Rosenpaprika, 30 ccm Obstessig.
Alles zu einem steifen Brei anrühren und mit Mikrowürmern animpfen.


Ansatz auf einem Brötchen:
Ein halbes Brötchen wird über 12 Stunden in Wasser eingeweicht. Dann wird es so weit ausgedrückt, dass aus ihm kein Wasser mehr ausläuft wenn es in eine Plastikdose gelegt wird.
Dies ist ganz wichtig, weil sonst die Sache nicht funktioniert.
In diesem Falle muss die Dose auch etwas größer sein als das Brötchen Platz beansprucht.
Auf das Brötchen wird Trockenhefe oder Bierhefe gestreut, bis es vollkommen eingepudert ist.
Dann auf das Brötchen den Ansatz mit den Mikrowürmern geben und die Plastikdose mit einem Deckel fest verschließen.

Ansatz auf einer Paste:
D
ieses Rezept habe ich vor vielen Jahren gelesen, wollte es eigentlich auch immer einmal ausprobieren, aber leider bin ich noch nicht dazu gekommen.

Wenn Du es probieren möchtest; hier sind die Zutaten:
 
"Man nehme":
  1. eine große Plastikschüssel
  2. einige durchsichtige Plastikbehälter mit Deckel
  3. 200 g Haferflocken
  4. 1 Päckchen Gelatine
  5. 8 g Vitamin B 12
  6. 20 g Weizenflocken
  7. abgestandenes Aquarienwasser
  8. 10 g Trockenhefe
  9. 20 ml Bier (Raumtemperatur)
  10. und natürlich Mikrowürmer.
 
In die Plastikschüssel geben wir die Haferflocken, Gelatine, Vitamin B 12 und die Weizenflocken. Alles in trockenem Zustand nun gut durchrühren.
Dann die Trockenhefe und das Bier zugeben. Anschließend nur soviel Aquarienwasser mit einrühren bis ein zäher Brei entstanden ist.
Je trockener die Struktur der Paste ist, desto schneller kommt die Kultur in Gang. Nun geben wir die Microwürmer in den Teig. Wieder sehr kräftig und schnell umrühren.

Angeblich braucht man sich um die Mikrowürmchen keine Sorgen zu machen.

Nun kommt die gut gerührte Paste in die Plastikbehälter und zwar in einer Dicke von etwa 1 cm. Anschließend den Deckel auflegen und bei einer Temperatur von 15-18 Grad stehen lassen. Niemals wärmer stellen.

Nach zwei Tagen beginnen die Mikrowürmer an den Innenseiten der Plastikbehälter emporzuklettern. Aber nur die Würmer entnehmen, die an den Innenwänden hochkriechen. Keine Würmer direkt aus der Kultur nehmen.



- Bei allen Zuchtmethoden zu beachten -

Die Kultur erfolgt in den Gerda-Schalen. Alle Größen sind geeignet, wobei der Deckel auf *Dichter Verschluss* stehen sollte:
  • wegen der Obstfliegen, die sich sonst in und auf dem Substrat tummeln würden.
  • weil sich sonst das CO² gleich verflüchtigt und die Würmer dann kaum an den Wänden des Glases hochkriechen.
Das Substrat wird 1-2 cm hoch in die Plastikdose gefüllt.
Wenn sich die Würmer sehr stark vermehren, sollte der Deckel einmal am Tage kurz geöffnet werden, damit das überschüssige CO² entweichen kann.

Wenn die Würmer partout nicht an den Wänden hochsteigen wollen, so liegt es meist daran, dass der Brei zu dünnflüssig geworden ist.
Als Abhilfe gibt man einige Haferflocken oder Köllnflocken, Milupa hat sich da nicht bewährt, in die Flüssigkeit und nach einigen Tagen steigen die Mikrowürmer wieder.
Eine andere Möglichkeit wäre, die Würmer warm zu stellen, d.h. z.B. auf die Drossel von der Leuchtstofflampe. Aber nur kurz, weil zu hohe Temperaturen sie erstarren lassen. Allerdings kann man diese Methode auch nur wenige Male anwenden. Dann funktioniert es nicht mehr.




- Verfüttern der Würmer -

Die Würmer schlängeln sich noch 6 - 8 Stunden am Boden, falls sie nicht vorher gefressen werden.
Für Fische, die nicht am Boden nach Nahrung suchen, können sie auch in einem Futterring serviert werden, in den ein gewaschener Leinenlappen oder eine entsprechende Nylongaze gelegt wurde.
Dadurch entweichen sie sehr langsam und werden von den darunter wartenden Fischen gierig aufgenommen.

Und auf keinen Fall die Würmer der Kulturflüssigkeit entnehmen. Sonst kommen jede Menge Bakterien mit ins Aquarium, gegen die viele Fische empfindlich sind. Besser ist es, nur die Würmer zu nehmen, die an den Wänden schon hochgeklettert sind. Dann haften an ihnen wohl nicht mehr so viele Bakterien.

Hat man aber Fische, die sehr empfindlich auf Bakterien reagieren, so kann man die Würmer säubern indem man sie in ein Glas mit Wasser gibt. Die Würmer gehen ja schnell unter und man kann das überstehende Wasser abgießen. Wenn man dies mehrmals wiederholt, dann dürfte die Gefahr einer Einschleppung von Bakterien ins Aquarium gebannt sein.
Eine andere Methode wäre die, den Brei mit den Würmern mit einer dünnen Schicht von feuchtem Torfmull zu überdecken. Auf den Torf legt man eine Glasscheibe, worunter sich dann die Würmer sammeln und entnommen werden können.



- Wert als Futtertier -

Darüber streiten sich die Züchter. Viele meinen, dass dies Futter für die Jungen viel zu fett sei. Deshalb sollten die Würmer nie als Alleinfutter für Jungfische verwendet werden.
Für alle schnell wachsenden Jungfische wie z.B. die Killifische sind die Würmer aber geradezu ideal.

Lebendgebärende Zahnkarpfen sollten allerdings nach meiner Meinung nur wenig mit Würmern aller Art gefüttert werden.
Ich empfehle eine solche Fütterung nur ein- bis zweimal in der Woche.
Zu beachten ist bei Lebendgebärenden auch noch auf jeden Fall die hohe Anzahl von Bakterien, die mit ins Aquarium kommen wenn keine Reinigung erfolgt und gegen die gerade Lebendgebärende besonders empfindlich sind.

Aber auch größere Fische fressen die Würmer recht gerne, besonders wenn Grindalwürmer für sie schon zu groß sind.



- Nachteil der Zucht -

Nicht verschwiegen werden soll, daß die Zuchten mehr oder weniger stark riechen können. Deshalb setze ich die Zuchten mit Obstessig statt mit Milch an. Sie riechen dann nach meiner Meinung kaum noch.



- Ständige Verfügbarkeit -

Wenn Mikrowürmer im Augenblick nicht mehr benötigt werden, müssen sie nur vor dem Austrocknen durch Gaben von Obstessig oder Milch bewahrt werden.
So können sie monatelang stehen und dienen dann wieder zum Animpfen einer neuen Kultur.

Manchmal bildet sich eine Quarkschicht oben auf dem Brei. Dann sterben die Würmer darunter schnell ab.
Ein sofortiger Neuansatz ist dann sehr wichtig.

Überhaupt sollte man immer 2-3 Kulturen - zeitversetzt - in Betrieb haben, falls einmal eine Kultur sich nicht so entwickelt wie beabsichtigt ist.


Auf diesen Seiten kannst Du auch etwas über die Zucht von Grindal lesen.:
Andreas Kremser Wolfgang Schreck Franz Scherleitner
Christina Pawelzik Elly Stute Christian Westhäuser


www.tegelhuetter.org
 
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